Unterhaltung09.10.2015

XY

Mit diesem Roman hat der Autor „eine Parabel über das Unerklärliche geschaffen, über das Böse und die Schuld – ein Dostojewski für das verunsicherte, paranoide 21. Jahrhundert“, so der Umschlagtext. Was steckt dahinter – andeutungsweise „Mann“ als Treiber, als Schuldiger? Jedenfalls gibt es einige Männer, die Hauptrollen „spielen“, auch ein Priester, neben der Psychologin, die für eben diesen Priester das Rätsel lösen soll: „Im verschneiten Wald nahe des Bergdorfs San Giuda werden die Leichen von elf Touristen gefunden. Die Autopsie … offenbart etwas Unfassbares: elf Leichen, elf Todesursachen. Mord und Selbstmord, Krebs und Herzinfarkt. Ein Opfer scheint dem Biss eines Haifisches erlegen[nbsp] zu sein. Nichts passt zusammen. Während die Behörden die unerklärlichen Details der Tragödie vertuschen [Anm.: und alle Leichen köpfen lassen, um einen terroristischen Anschlag zu suggerieren], versuchen der Priester Don Ermete und die Psychiaterin Giovanna, das Rätsel zu lösen. Ihre Ermittlungen führen den Leser auf eine Reise in die Grenzgebiete unseres Verstandes.“ San Giuda: Judas, für sich eine Figur von Verrat und Schuld – oder doch nicht? Die Psychiaterin – selbst in psychisch schwieriger Situation. Der Priester – welche Schuld trägt er mit sich? Das System – welche dubiose Rolle spielt die Staatsanwaltschaft wirklich? Vielerlei Bezüge der Einwohner unter einander kommen zu Tage und ins Spiel – und Veränderungen von Menschen, die bis dato klar auf bestimmtes Verhalten festgelegt schienen: Hinterfragen von Psychologie und Psychiatrie an sich? Wie auch immer, wird das Rätsel wirklich gelöst? Spannende Frage, spannende Handlung, spannend bis zum Ende. Und zugleich eine Art Weiterbildung für Weiterbildner – ja, durch Belletristisches! – HPR

XY

Das Buch

Autor:inSandro Veronesi
Verlagsonstige
ISBN978-3-608-93960-6

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