Skip to main content

Wie Fortschritt endet

Autor Carl Benedikt Frey
Verlag Campus
ISBN 978-3-593-52186-2

„Technologie, Innovation und das Schicksal der Nationen“ betrachtet der Autor mit tiefen Einblicken durch Jahrhunderte, aus jeweils wechselnder (lokal-ethnischer) Perspektive, mit weit mehr als 500 Seiten.

Alles Wirtschaft..
…oder was, gar „Arbeitswelt“ und „Zukunft der Arbeit“ sind hier in den fachlichen Blick genommen, trefflich analysiert und verständlich-nachvollziehbar präsentiert, in jeweils konzentriert-schmalen Happcn: „Von der Bodenkartierung bis zur KI: Historische Schlüsselmomente aus 1000 Jahren Weltgeschichte veranschaulichen, warum auf technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt oft Stagnation und sogar Zusammenbruch folgen und was dies über die heutige Wirtschaftsflaute aussagt. Selbst die größten und fortschrittlichsten Volkswirtschaften der Welt – die USA und China – bleiben hinter den Erwartungen zurück.“ Teils abhängig davon, wieviel Einfluss „der Staat“ haben darf, zentralisierend oder eher dezentral organisiert, siehe aktuell (wieder einmal) die USA – doch darüber hinaus auch mit anderen relevanten Aspekten: „In seinem neuen Buch stellt der Arbeitsforscher und Wirtschaftshistoriker Carl Benedikt Frey die gängige Meinung infrage, dass ökonomischer Fortschritt unvermeidlich sei. Er unternimmt eine faszinierende Reise quer über den Globus, um zu erklären, wann welche Gesellschaften im Zuge raschen technologischen Wandels florieren und wann nicht. Eine augenöffnende Zeitdiagnose.“ Und zeigt, wie weit zu unterschiedlichen Zeiten eine Volkswirtschaft jeweils war, Einfluss von Religion und Umgebung inkl.

Chronologisch-geografische Perspektive
…sind in den Fokus genommen, mit je wechselndem Blick, auch mal thematisch ausgerichtet, gegossen in 13 Kapitel mit klaren Botschaften in den Überschriften, gelegentlich verspielt mit Alliteration: Die Mechanik des Fortschritts * Chinas Glück wendet sich * Der Aufstieg Europas * Die sichtbare Hand des preußischen Staats [statt „unsichtbar“..] * Zaren und Zaibatsus * Innovation in Amerika * Krieg, Frieden und Fortschritt * Das Zeitalter der Planung * Wachstum und Wachtürme * Die Zentralisierung funktioniert nicht mehr * Die große Einebnung * Der große Sprung zurück [eben statt „nach vorn“] * Ein Anschein von Fortschritt – plus (als Nachwort) „Moravecs Paradox“ (womit keineswegs der Chef des Dorf-Polizisten Eberhofer gemeint ist – der kleine Scherz sei erlaubt  …). Fazit: Eine absolute Muss-Lektüre – für alle, die das große Ganze erkennen wollen, auch und gerade aus dem konkreten Feinen heraus = induktiv erschlossen. HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter