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Schwarzer Samstag

Autor Ralf Langroth
Verlag rororo
ISBN 978-3-499-01866-4

„Band 5 der Spiegel-Bestseller-Reihe um BKA-Hauptkommissar Philipp Gerber und Journalistin Eva Herden“ mit mehr als 450 spannenden wie informativen Seiten.

Deutsche Zeitgeschichte
…verarbeitet der Autor auch in diesem Band gelungen – eine Art Faction also ist geboten, fein! Wer sich erinnern möchte, kommt hier genauso auf seine „Kosten“ wie all jene, denen die Ereignisse Anfang der 1960er Jahre fremd waren, weil: späte(re) Geburt. Zwei Groß-Ereignisse sind verarbeitet, neben diversen „kleineren“ Geschehnissen (z.B. S. 116f.), aus Sicht des Polizisten wie der Journalistin, auch das eine starke Kombination aus Perspektiven… Hierum also geht es, zudem die lokale Atmosphäre im damaligen Bundes-Hauptstadt Bonn in den Blick nehmend: „September 1962: Philipp Gerber, gerade zum Kriminalrat befördert, ist in den Flitterwochen – mit Journalistin Eva Herden, die inzwischen für das Bonner Spiegel-Büro arbeitet. Doch die glückliche, sorgenfreie Zeit währt nur kurz: In Deutschland herrscht aufgrund der Kuba-Krise Panikstimmung, es grassiert die Furcht vor einem Einmarsch der Sowjets oder gar einem Atomschlag.“ Geschildert auch aus der Innensicht der Kennedy-Regierung (S. 284f. und wiederkehrend). „Während Eva über die Kuba-Krise berichten soll und nach Havanna reist, jagt Philipp in Hamburg eine Organisation, die Waffen nach Kuba schmuggelt – und gerät mitten ins Kiez-Mileu und in die Spiegel-Affäre um Franz Josef Strauß und Rudolf Augstein – eine der bis dahin größten innenpolitischen Krisen in der Geschichte der Bundesrepublik.“ Dabei zeigt sich aus das innere Zerrissensein Gerbers als Befehls-Ausführer und eigner Meinung (S. 332f. etc.). Erinnert fühlte ich mich zudem an meinen gymnasialen Wirtschaftslehre-Unterricht, gewählt anstelle von Kunst: Eines der großen Themen war die neu aufgekommene Container-Logistik und damit –Schifffahrt, hier u.a. S. 51ff. in den Blick genommen. Doch auch „simple“ Ermittlungs-Arbeit wird hautnah und sehr persönlich geschildert (S. 160ff. etc.) – wie auch Einblicke in die DDR jener Zeit (S. 235f. z.B.) plus Rückblicke in die Nazi-Zeit und jene unmittelbar nach deren Ende (S. 390f., besonders interessant!). Nett die kleinen Seitenhiebe etwa gegenüber der Bahn von heute in Sachen Pünktlichkeit S. 417 bei der Verspätung des Fliegers aus New York: „Nicht ganz so pünktlich wie die Bundesbahn, aber fünf Minuten sind auch nicht Welt“ – alte Zeiten, soifz  … Und natürlich ist das Nachwort des Autors wieder absolut lesenswert (S. 449ff.), ergänzt um die Zeittafel (S. 455ff.). HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter