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Quantum Spy

Autor David Ignatius
Verlag Rowohlt Polaris
ISBN 978-3-498-00117-9

„Der Feind im System“ verdeutlicht als Untertitel ziemlich gut, dass es zentral (1.) auch hierum geht: Spionage – Gegenspionage, Spion – Doppelspion = Spirale von tarnen und enttarnen…

Wer ist schneller, wer ist schlauer?
Das Hin und Her ist ähnlich einem endlosen Pingpong-Spiel – das ja auch zu China passt, hier als einer der beiden Geheimdienst-Bigplayer an der Front. Apropos Front: Auch interne Machtspielchen plus enge Verbindungen von Militär und Geheimdienst hat der Autor exzellent verwoben. Entstanden ist tatsächlich „ein hochaktueller, packender Cyber-Thriller über technisches Wettrüsten – dichter an der Realität, als wir es uns vorstellen und wünschen können.“ Cyber? Ja, denn zentral geht es eben (2.) auch hierum: „Der ultraschnelle Quantencomputer: noch gibt es ihn nicht, aber er wäre das digitale Gegenstück zum Besitz der Atombombe 1945. Wer seine unfassbaren Rechenfähigkeiten nutzt, kann jeden Code entschlüsseln, sich überall Zugang verschaffen. Wer ihn besitzt, beherrscht den Planeten. Doch wer wird dieses Ziel schneller erreichen, die USA oder China?“ Alle Jahre wieder gibt es die Meldung über einen neuen Super-Computer – mal China eine Potenz erweitert, mal die USA – selten mal „die Europäer“. Doch das ist alles noch sehr traditionell – und stößt an Grenzen. Eben deshalb …

Via Computer aufrüsten
…gilt es, den neuen „Quanten-Sprung“ zu schaffen. „ Im digitalen Rüstungsrennen wird mit allen Mitteln gekämpft. In den hochgeheimen Quantenforschungs-laboren der Vereinigten Staaten scheint indes ein Informant der Chinesen zu sitzen. Wer kann es sein? CIA-Officer Harris Chang soll den Maulwurf enttarnen, der Auftrag führt ihn um die ganze Welt. Aber existiert der Spion wirklich? Oder ist das nur eine fingierte Geschichte, um die Chinesen zu täuschen? Chang verliert bei dem Katz-und-Maus-Spiel fast aus den Augen, dass es so etwas wie Moral, Loyalität und Wahrheit gibt …“ Interkulturelles kommt ins Spiel, Rassismus gar – und Manipulation durch das Schaffen von (scheinbarer) Nähe, hin zur familiären Wurzel… Spannend, bestens recherchiert (siehe „Danksagung“ S. 443ff.) und dramaturgisch treffend inszeniert! Leser gönne sich diesen Thriller, der nah an einer Dokufiktion ist und dennoch (hoffentlich) (noch) weit vom Verwirklichen entfernt… HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter