Mord ist die beste Beseitigung
| Autor | Volker Klüpfel |
| Verlag | Penguin |
| ISBN | 978-3-328-60358-0 |
„Svetlana und Tommi ermitteln, Band 2“ als Cosy-crime mit an die 350 spannenden Seiten.
Verballhornte Sprichtwörter
…sind quasi das Markenzeichen der ermittelnden Putzfrau, was sie allerdings geschickt fürs Auflockern angespannter Situationen nutzt: Auch dieser Titel ist natürlich als derlei gemeint… Und worum geht´s dann dieses Mal? Die Story startet mit einer Radio-Durch- oder –Ansage:
„»Wir unterbrechen das Programm für einen Reiseruf: Frau Gabriele Zorn, unterwegs mit einem blauen Audi in Richtung Süden, wird gebeten, sich sofort mit ihrem Ehemann in Verbindung zu setzen!« Kaum hören Möchtegern-Schriftsteller Tommi und Putzfrau Svetlana den Reiseruf im Radio, rast die Gesuchte auch schon im Auto an ihrem Camper vorbei. Sofort heften sie sich an ihre Fersen und spüren den Wagen auf einem Rastplatz auf. Doch die Frau ist verschwunden. Natürlich wittert Svetlanas Spürnase sofort ein Verbrechen. Ehe Tommi sich’s versieht, stecken sie mitten in ihrem nächsten Kriminalfall. Dabei kommen sie nicht nur schier unglaublichen Verbrechen auf die Spur, sondern begeben sich auch tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen. Als Tommi ein bisschen zu tief gräbt, gerät er plötzlich selbst in Lebensgefahr …“ Und verbaselt einen Buch-Einstieg nach dem anderen – und das trotz seiner erzwungenen Ankündigung in einem ungeliebten Radio-Interview (S. 38ff.), akzeptiert aus ermittlungstechnischen Gründen ….
Autor Tommi?!
An seiner Schreib-Blockade ändert auch die Lektüre gelungener Story-Einstiege klassischer Autoren (S. 56f. – apropos, sein voller Name ist ja Thomas Mann …) genauso wenig wie das neue Board, das natürlich dann nur dem Ermitteln dient (S. 78ff.) – oder der Diskussion mit den alten Freunden Max und Laura anlässlich eines Besuchs in deren Autowerkstatt (S. 124f. usw.). Dennoch entwickeln sich interessante Stoffe unter dem Themenmantel „Romantasy“ als ja tatsächlich real vorhandenem starkem Trend im Buchmarkt (S. 154ff. etc.). In einer Passage erinnert Tommi sich daran, Super-Recognizer zu sein (S. 252) – einer der wenigen Momente, in denen Bezüge zum wahren Ermitteln hergestellt werden, mit dem er dieses Mal tatsächlich Geld verdient haben wird (S. 328f.). Ebenso gibt´s einen Anklang an IT-Spezialitäten, der durchaus interessant für manch Leser sein kann (S. 292). Mit im Spiel natürlich ein alter Vater, dieses Mal mit vermehrtem Einsatz anderer Bewohner der Senioren-Residenz – und mit einem Cliffhanger, der mit dessen unklarer Beziehung zu Svetlana in vergangenen Zeiten zu tun hat (S. 338f.). So kommt gleich Freude auf, was eine Fortsetzung angeht… Doch jetzt erst einmal – möge die Leserschaft neugierig gemacht sein auf den aktuellen Band… HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
