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Meeresdunkel

Autor Till Raether
Verlag Rowohlt Polaris
ISBN 978-3-499-01719-3

„Zwei Familien. Ein Ferienhaus. Ein Sommer, der tödlich endet“ mit einem geradezu wabernden Geschehen mit kaum durchschaubarem Hintergrund auf 400 spannenden Seiten.

Mallorca – alles Ballermann oder was?!
Nun, daran hatten zwar offenbar manche im selben Flieger Reisende gedacht, doch weder die Mitglieder der einen noch der anderen Familie, seien sie erwachsen (deren 5) oder Kids (deren 3, Puppe zzgl.). Denn „es sollte der perfekte Urlaub werden, ein echter Familientrip, wie früher: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge. Eine Woche ausspannen, die letzten Sommertage genießen. Vielleicht die Chance auf einen Neubeginn, weit weg vom Alltag – in der beeindruckenden Finca mit Blick über die Bucht. Doch als sie ankommen, sind sie nicht allein: Es gab eine Doppelbuchung, noch eine weitere Familie ist angereist. Auch sie haben eine Woche Urlaub vor sich. Und weil die ganze Insel voll ist, ziehen beide Familien ins Ferienhaus ein. Die Stimmung ist gut, niemand möchte die Urlaubslaune verderben. Platz ist ja genug da. Ganz leise bröckelt die schöne Fassade. Das Haus ist in die Jahre gekommen, der Pool längst trockengelaufen.“ Was auch bedeutet, sich mit den nutzbaren Zimmern zu arrangieren und weitere Einschränkungen hinzunehmen: Doch woanders hin? Und wie konnte es zu dieser Doppelbuchung kommen? Na, da darf man gespannt sein…

Wer steckt wie dahinter?
Gute Frage, jedenfalls, bei diesen teils erkennbaren, teils verborgenen Versteckspielen… „Irgendwie scheint eine Bedrohung in der Luft zu liegen. Und ein Gewitter braut sich zusammen. Dann finden die Familien in der Finca eine Leiche. Es ist einer von ihnen. Während draußen der Sturm wütet, bricht sich drinnen die Wahrheit Bahn. Keiner von ihnen ist zufällig hier. Jemand wollte, dass sie an genau diesem Ort zusammenkommen. Und nicht alle sind sich so fremd, wie sie vorgeben …“ Oha, Spoiler-Warnung? Nun, es dauert, bis die Leserschaft „eingeweiht“ wird, womit die Erwartung in hoher Spannung gehalten ist: Durchaus überraschende Konstellationen ergeben sich, Morde inkl. Auf dem Weg dorthin begleiten die Leserschaft je wechselnde Perspektiven der diversen Personen – alle der beiden Familien dürfen beitragen, was zusätzlich Dynamik entstehen lässt, zu der eh schon ziemlich rasanten, entgegen der möglichen Erwartung: Da komm fast schon Erleichterung auf, wenn schließlich „alles“ geklärt scheint, aus Vergangenheit und Gegenwart. Wobei die „postfinalen“ Einblicke vielleicht gar als Cliffhanger durchgehen könnten, wenn auch kaum mit „Fortsetzung folgt“… HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter