Marconi und die schweigenden Lämmer
| Autor | Daniele Palu |
| Verlag | rororo |
| ISBN | 978-3-499-01851-0 |
„Ein Italiener ermittelt an der Nordsee, Band 3“ soll mit dem Titel natürlich das Erinnern an einen heftigen Thriller triggern – doch ist dies hier ein Mix aus Lokal-Krimi und Cosy-crime, mit mehr als 350 spannenden wie vergnüglichen Seiten.
Massimo als Schaf-Flüsterer?
Na, das ist doch was, wenn auf der Weide sich die Schafe um einen scharen, ihn beschnuppern und garnicht mehr weg wollen (M. lauscht dem Schweigen der Lämmer, S. 58ff. etc. pp.) – was dann gegen Ende der Story schließlich erklärt wird… Nun also, „Moingiorno und willkommen zurück in St. Peter-Ording, zu Massimo Marconis 3. und bisher kniffligsten Fall! Marconi macht Bekanntschaft mit Nordfrieslands heimlichen Wahrzeichen: den Schafen. Nur drei Monate nach seinem unfreiwilligen Umzug zu den Nordlichtern geschieht ein Mord auf der sonst so beschaulichen Halbinsel Eiderstedt: Der Immobilienmakler Jonas Torp wird tot im Trog einer Schafskäsemanufaktur aufgefunden. Wieder einmal ergreifen Marconi und seine Kollegen nur allzu gern die Ermittlungsinitiative. Diesmal werden sie von den sogenannten Bäderdienstlern unterstützt, die ihren Dienst in der Polizeistation St. Peter-Ording ableisten und sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckern.“ Und muss die Kollegen aus Kiel verknusen, die ihm als Kripo vor der Nase sitzen…
Alte und neue Heimat
…kommen ihm wiederkehrend in den Sinn, mal fehlend, mal – tja: lästig?! Auch dies noch: „Neben den Ermittlungen versucht Marconi weiterhin, den rätselhaften Tod seines Bruders Nevio aufzuklären. Zum Glück sind seine Nichte und sein Neffe zurzeit bei den Großeltern“, woran er mehr und mehr merkt, wie sehr sie ihm fehlen – „denn der Fall um die Leiche in der Käserei fordert schon bald Marconis ungeteilte Aufmerksamkeit – und eins steht fest: Hinter dem Mord steckt eine Tragödie von noch viel größeren Ausmaßen.“ Auf dem Weg dorthin erhält die Leserschaft u.a. Einblick ins Seelenleben eines gehirnkranken Verdächtigen (S. 82ff., 234ff., 304ff. usw.), Landschaftliches wie Kulturelles der nordfriesischen Region(en) (S. 151f., Gemeinden wie Kotzenbüll und Witzwort inkl.), erfährt mehr über die Arbeit von Umwelt-Vereinen (S. 196ff. etc.) – und kann sich über aussagefähige Kapitel-Überschriften freuen, jeweils „untertitelt“ mit einer Schafs-Illustration … Abschließend gibt´s die Rezepte zu den etwas eigenwilligen Kreationen „Italien trifft auf Nordseeküste“ zum Nachkochen (S. 355ff.), voila! Letztlich kommt beim Genre gar „Wissenschafts-Thriller“ dazu, sind doch interessante, wichtige, verstörende Erkenntnisse aus heutiger Zeit gelungen verarbeitet – worauf auch die Nachbemerkungen hinweisen (S. 361ff.). Absolut lesenswert also! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
