Manche Schuld vergeht nie
| Autor | Elly Griffiths |
| Verlag | Tropen |
| ISBN | 978-3- 608-50295-4 |
„Ein Mord im viktorianischen London. Ein tödlicher Geheimbund. Und eine Ermittlerin, die auf der Suche nach der Wahrheit durch die Zeit reist.“ Mal ein interessantes Genre-Crossover zwischen SciFi, historischem Roman und Lokal-Krimi mit 350 spannenden und abwechslungsreichen Seiten.
Viktorianisch vs. zeitgenössisch
…ist das zeitliche Spannungsfeld, in dem sich die Hauptperson bewegt: Denn „Kriminalbeamtin Ali Dawson arbeitet unter strengster Geheimhaltung. Mit ihrem Team reist sie in die Vergangenheit, um ungeklärte Mordfälle zu untersuchen. Ihr neuester Auftrag ist besonders brisant: Sie soll den Mord an einer jungen Frau im 19. Jahrhundert aufklären. Doch die Zeitreise geht schief, und während Ali in der Vergangenheit feststeckt, gerät ihr Leben in der Gegenwart außer Kontrolle. Kriminalbeamtin Ali Dawson führt alles andere als ein normales Leben. Sie ist gerade fünfzig geworden, alleinerziehende Mutter eines erwachsenen Sohnes und Teil einer geheimen Ermittlungseinheit, die in der Zeit zurückreist, um alte Morde aufzuklären. Für gewöhnlich liegen die nur wenige Jahre zurück, doch bei ihrem neusten Fall ist alles anders: Im Auftrag des Justizministers und Tory-Abgeordneten Isaac Templeton reist sie ins Viktorianische Zeitalter. Dort soll sie den Namen von Templetons exzentrischem Ururgroßvater reinwaschen. Der war Gerüchten zufolge Mitglied eines zwielichtigen Männerzirkels. Die Aufnahmebedingung: der Mord an einer Frau. Während Ali in der Vergangenheit ermittelt und dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt, geschieht in der Gegenwart ein weiterer Mord. Und in den Fokus der Ermittlungen gerät ausgerechnet Alis Sohn.“ Wobei es einen Zusammenhang geben könnte, zu jenem fast 175 Jahre früher (S. 278f. etc.)… Apropos, so soll vermeiden werden, dass infolge Zeitreise etwa doch Veränderungen passieren: Wir beobachten…bezeugen…greifen nicht ein…achten auf ujnsere Sicherheit (Magna Carta, S. 48): Ob das wohl reicht? Interessante literarische Querverweise gibt´s etwa zu Dickens, der sich „sehr für Zeitreisen interessiert“ hat (S.60) – mal eine Recherche wert?! Und natürlich auf Sci-Fi (S. 81). Interessant, wie der Vorgang via einem „speziellen Wurmloch“ hier in diesem Roman erläutert wird.
Ein Cliffhanger
…ist geboten und verweist auf eine Fortsetzung, auf die zu hoffen ist: Denn ausgerechnet der Character der Wissenschaftlerin, die für die Zeitreisen gesorgt hat, ist nun verwaist. Während Ali wiederum aus den Geschehnissen den Eindruck gewonnen hat, in einigen Jahren erneut ins Jahr 1850 zu reisen, oha?! In den Beziehungs-Themen versteckt sich zudem a bissal britisches cosy-crime, das auch für einen weiteren Roman dieser Art Vergnügliches erwarten lässt… Aah, tatsächlich ist das Erscheinen im Original für 2026 angekündigt, Titel „The Killing Time“. Jener des aktuellen Romans lautete übrigens „The Frozen People“ – fein mehrdeutig dadurch, dass die Zeitreisenden im Jahr 1850 einen sehr kalten Winter erleben müssen – und sich auf deutlich andere Lebensumstände einstellen, wie zu erwarten was (S. 113ff. usw.)… So, genug „verraten“, selbst lesen …HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
