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Grand Prix

AutorMartin Walker
VerlagDiogenes
ISBN978-3-257-24435-9

„Der neunte Fall für Bruno, Chef de police“ ist wieder vergnüglich wie gewohnt: Unterhaltsam einerseits, Rezepte und Beziehungen inklusive, und dazu geschickt spannend aufgebaut wie erzählt …

Es war einmal im Périgord
… denn dorthin wird Leser auch dieses Mal entführt: Wie sehr der Autor sich dort zuhause fühlt (immerhin einer seiner Lebens-Standorte), ist am laufenden (Lese-)Band spürbar! Kurz gefasst, geht es dieses Mal hierum, wie schon der Titel vermuten lässt: „Es ist Hochsommer im Périgord und Hochsaison für ausgedehnte Gaumenfreuden und Fahrten mit offenem Verdeck. Eine Oldtimer-Rallye, von Bruno, Chef de police, organisiert, bringt auch zwei besessene junge Sammler nach Saint-Denis. Sie sind auf der Jagd nach dem wertvollsten Auto aller Zeiten: dem letzten von nur vier je gebauten Bugattis Typ 57 SC Atlantic, dessen Spur sich in den Wirren des Zweiten Weltkriegs im Périgord verlor. Ein halsbrecherisches Wettrennen um den großen Preis beginnt.“ Also eine Rallye – doch das ist nur der Ausgangspunkt dieser Geschichte. Und natürlich geht es auch wieder um Mord- und Totschlag, wenig verwunderlich …

Verführerisch
… sind mal wieder die Frauen für Bruno, wie gewohnt die Erfolgs-Orientierten, was es ihm weniger leicht macht, weil: Beziehung wird kaum daraus. Verführen lässt er sich gerne … Leser auch? Dieses Mal gibt es gar dies dazu: „Ein kleiner Périgord-Reiseführer von Martin Walker“, mit Touren, Sehenswürdigkeiten und – Kulinarischem, na klar. Und auch der Roman selbst, im besten Sinne ein Lokal-Krimi, bietet Mehrwert, wenn etwa (S. 87) ein besonderes Wort eingeführt und erklärt wird: „Crépuscule … Eines der schönsten Wörter unserer Sprache, für eine der schönsten Tageszeiten“, fürs Licht der untergehenden Sonne. Ermittelt wird modern (via Internet, mithilfe anderer Personen) und recht klassisch, siehe etwa S. 294: „Er würde alte Adressbücher durchgehen und dann … deren Nachkommen aufsuchen müssen…“. Was er in aller Ruhe beim täglich Ausritt überlegt: Typische Routine-Situation, in der der Geist schweifen darf! So kommt quasi gar Hirnforschung zur Geltung! Und auch das ist erwartungsgemäß geboten: Via „Danksagungen“ (S. 381f.) erläutert der Autor, was in diesem Roman historisch belegt, was fiktiv entwickelt ist, fein … Ran also! HPR

Hanspeter Reiter