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Googles kleines Weißbuch

AutorRichard L. Brandt
Verlagsonstige
Seiten304 Seiten
ISBN978-3-89879-580-7
Preis34,90

Diese Rezension am besten im Dreiklang lesen – nämlich die Rezensionen von drei Büchern in Zusammenhang bringen: Effectuation – Googles kleines Weißbuch – ubuntu. Ich habe diese drei teils parallel, teils hintereinander weg gelesen und in Zusammenhang miteinander gebracht…

Google – „die Managementstrategien der wertvollsten Marke der Welt“ – wer möchte gerne darauf verzichten, darüber mehr zu erfahren? Für derlei Einblicke hat FTD mit FinanzBuch Verlag zusammen eine Reihe entwickelt, deren bereits vierter Band nun vorliegt (demnächst bespreche ich Barack Obamas Strategien…). „Einfachheit in einer komplizierten Welt“ ist eine der Leitlinien, mit deren Hilfe google immer wieder aufs Neue – auf Neues stößt. Das ist viel „effectuation“ drin (siehe oben). Dass „Vertrauen als Wettbewerbsvorteil“ (S. 130f.) auch „nach hinten losgehen“ kann, zeigt sich aktuell, etwa beim Digitalisierungs-Projekt von Büchern (wird ausführlich im Buch diskutiert, siehe S. 138ff.) oder der fotografischen Erfassung aller Städte weltweit… Der Autor erzählt Storys darüber, wie die Gründer und deren späterer Management-Kreis sich wann warum so entschieden haben, wie sie es taten, inkl. Börsengang.

Doch ist das „Weißbuch“ dennoch ein übliches Sachbuch statt „Storytelling“. Und es bietet gar einen Blick in die Zukunft mit dem „Google-Update“ zum Abschluss: „Google wird wahrscheinlich seinen eigenen Chrome-Tablet-PC entwerfen und vermarkten – genauso, wie Google darüber hinaus ging, den Mobiltelefonherstellern lediglich sein Betriebssystem Android anzubieten, indem es das selbst entwickelte und vermarktete Handy Nexus auf den Markt brachte. Dieser Schritt bekräftigte Larrys Wunsch, die strikte Kontrolle, die Mobilfunkanbieter zuvor über Handy-Software-Anwendungen hatten, aufzubrechen.“

Hmm, da haben wir ja die flotte Dreieinigkeit: Microsoft – Google – Apple: Teils mit gleichen, teils höchst unterschiedlichen Sichtweisen Gleiches erreichen. In Internet – Mobile – Soft- und Hardware. Siehe SaaS (Software as a Service) oder das Platzieren (und Wiederauffinden) von Daten in der „cloud“: Weniger ist oft mehr (Hard- und Software beim Anwender) – und umgekehrt (Daten bei den Anbietern)…

Lernen aus Geschehen, Ziele und Prozesse verändern: Diese Bereitschaft – und das Können und Wollen! – ist es letztlich, was Google & Co. hat so rasch wachsen lassen. Was davon adaptierbar ist – prüfen!

Hanspeter Reiter