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Geldgerinnung

AutorJohann Graf Lambsdorff/Björn Frank
Verlagutb
ISBNJohann Graf Lambsdorff/Björn Frank

„Mord an der Uni“ kommt daher als ein „Wirtschaftskrimi für Studierende“, der immerhin bereits in 2. (überarbeiteter) Auflage erschienen ist – offenbar also gut ankommt…

Wirtschaft und Verbrechen
…sind durchaus häufig verquickt, durchaus jenseits nur mafiöser Strukturen! In diesem Genre-Krimi geht es um ein zuzeiten von CoViD19 erneut aufpoppendes Thema, nämlich: Systemrelevanz von Banken, bekannt seit der Finanzkrise. Im Grunde ist dies eine Dokufiktion, geschrieben als leicht verständliches Fachbuch: Die geschickt eingewobenen Fach-Infos führen die Autoren zudem auf die Quellen zurück, indem Sie qua (gedanklicher) Zeitreise die Theoretiker zu Wort kommen lassen, schöne Idee! Als Rahmen-Geschichte passiert dies: „Als Lester Sternberg eines Morgens in die Arbeit kommt, ist nichts mehr so, wie es einmal war. Denn er steht unter dringendem Tatverdacht seinen Chef, Professor van Slyke, ermordet zu haben.“ Hat er natürlich nicht! Was bedeutet, aus dem Wirtschaftsforscher wird ein Ermittler, der seine Skills auch in dieser Rolle trefflich einzusetzen vermag.

Rasanter Thriller
Und schon wird´s spannend, von Verdacht zu Verdacht höppend: „Um seine Unschuld zu beweisen sucht er auf eigene Faust nach dem wahren Täter. Hilfe erhält er von der Studentin Milena und die kann er sehr gut gebrauchen, denn der Mörder seines Doktorvaters ist nun hinter ihm her. Ist der Grund seine wissenschaftliche Arbeit über die Kritik am Bankensystem? Aber wer würde deshalb töten? Eine rasante Verfolgungsjagd durch Europa beginnt, bei der einige Banken und ein internationales Forschungsinstitut verwickelt sind. Licht ins Dunkle könnten dabei bekannte Ökonomen bringen. Die sind längst verstorben, aber ihre Ideen sind wichtiger als je zuvor!“ Dass es dabei auch um persönliche (Liebes-)Beziehungen wie auch um berufliche Karriere-Ambitionen, ist im Grunde eh klar. Als Krimi spannend geschrieben, dramaturgisch gelungen aufgebaut – und vergnüglich lesbar: Weiterbildung @its best!

Wirtschaftslehre
…hatte ich auf dem Gymnasium Gottseidank statt „Kunsterziehung“ gewählt, obwohl ich später mit eigener Werbeagentur mit beidem zu tun hatte. Und wie wichtig Umgehen mit Geld gerade heutzutage (wieder geworden) ist, zeigen entsprechende Schul-Projekte auch von Medien. Geht es hier primär um VWL, also Volkswirtschaftslehre (meinem ersten [Teil-]Studium), ist doch die BWL immer nahe dran, die Betriebswirtschaftslehre. Womit sich der Bildungskreis quasi schließen kann, ist „angewandte Betriebswirtschaf“ doch der erste von zwei Teilen im Langnamen des Verbandes GABAL e.V. (der zweite: „aktivierende Lehr- und Lern-Methoden“). Beides zu verbinden, gelingt dem Autoren-Duo hier exzellent! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter