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Dunkle Gewässer

Autor Ping Lu
Verlag Drachenhaus
ISBN 978-3-943-31493-9

Ein volles Dutzend Kapitel unterteilen diese gut 150 Seiten und pointieren dabei unterschiedliche Blickwinkel.

Die taiwanesische Gesellschaft
…wird hier „durchleuchtet“ und psychologisch interpretiert: Strikt ausschließlich aus der Sicht zweier Frauen wird dieses true-crime nacherzählt: Jener der Täterin (die selbst Opfer ist, wohl auch vom Vater missbraucht! – siehe etwa S. 30ff., 35ff., 48f., 66f.) – und der des weiblichen Opfers (der Ehefrau, deren Mord der Ehemann geplant hatte, zu Lasten auch seiner erzwungenen Liebschaft – S.87f. usw.): So steht letztlich dieser ältere Mann im Fokus und sein lästerliches Handeln… Dies ist die Story, kurz gefasst: „Zwei Leichen, ein Sparbuch – und ein düsteres Geheimnis am Flussufer. Als ein älteres Ehepaar im März 2013 tot am Ufer des Tamsui-Flusses in Neu-Taipeh aufgefunden wird, gerät die zurückhaltende Jiazhen ins Zentrum einer aufwühlenden Ermittlung. Die junge Frau, die oft mit den Opfern Tee trank, schweigt zu den Vorwürfen – doch Gerüchte und Spekulationen überschlagen sich. Was geschah wirklich an jenem regnerischen Abend?“ Die Leserschaft begleitet das Geschehen und die Personen im Rückblick…

Charaktere und Kontext
…entfalten sich so nach und nach: „In Dunkle Gewässer entfaltet die preisgekrönte Autorin Ping Lu ein fesselndes psychologisches Drama, das auf einem realen Doppelmord basiert. Mit feinem Gespür für Zwischentöne und menschliche Abgründe zeichnet sie die Porträts zweier Frauen: das der mutmaßlichen Täterin Jiazhen und das von Frau Hong, der ermordeten älteren Dame mit ihrer eigenen, vielschichtigen Vergangenheit. Einzigartig in Ton und Perspektive, wird dieser Kriminalfall zu einer tiefgründigen Erkundung von Wahrheit, Schuld und weiblicher Verletzlichkeit. Dunkle Gewässer ist ein literarischer Thriller, der unter die Haut geht – ein meisterhaft komponiertes Mosaik aus inneren Monologen, Erinnerungen und sozialen Spannungen. Ein Roman, der lange nachwirkt.“ Und dessen True-crime-Basis die Autorin im abgedruckten Interview S. 155ff. erläutert und durchleuchtet, etwa das Verhalten des Richters während des Prozesses. Ergänzt werden die „erinnerten“ Passagen zudem durch (offenbar echte?!) Zitate zu Blickwinkeln anderer Personen, dem Geschehen näher und ferner, sowie aus den Medien. HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter