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Duden

Verlagsonstige
Seiten1216 Seiten
ISBN978-3-411-70425-5
Preis29,95

Blicken Sie noch durch? Als nach rund drei Jahrzehnten Vorbereitung Mitte der 1990-er Jahre eine „neue“ Rechtschreibung das Licht der Welt erblicken sollte, war das Neue daran schon wieder recht ausgedünnt: Ich erinnere noch SPIEGEL-Artikel aus den 1970-ern, in denen es um Themen ging wie radikale Kleinschreibung wie im Englischen oder Schreibweisen wie „keiser“ statt Kaiser. Dennoch, mir schien´s ein gelungener Wurf zu werden, bis – ja, bis all die sich plötzlich zu Wort meldeten, die vorher 30 Jahre lang schweigend zugeschaut hatten statt Beiträge zu liefern: Autoren, Deutschlehrer und Publizisten. Nach vielem Hin und Her haben wir heute einen Zustand des „alten Wein in neuen Schläuchen“, denn manche Veränderungen wurden zurück genommen, andere neuerlich verändert, wieder andere sind zulässig, ohne verbindlich zu sein, optional also. Trösten mag, dass so um die 90 Prozent feststellbarer Veränderung jene des „ß wird ss“ betrifft, mit der  nun wahrlich leichten Regel: Nach kurzem Vokal nun ss (dass), nach langem Vokal (Spaß – und Diphtongen: verspleißen z.B.) dagegen bleibt das ß, zum Leidwesen unserer Nachbarn in der Schweiz. Die übrigens konsequent auf das Auslassungszeichen verzichten, also „gehts noch?“ schreiben, während mir beim Schreiben gleich ein „geht’s noch“ daraus korrigiert wird. Bei uns sind nun übrigens beide Varianten zulässig, empfohlen wird von DUDEN, der Apostroph sei entbehrlich! Nach wie vor gültig ist dann „eigentlich“, dass dieser Apostroph sowieso entfällt, wenn ein Artikel ausfällt, siehe „fürs“ und „ums“ oder auch „fürn Appl und´n Ei“, siehe Regeln K13-15.

Wenn auch heutzutage (heute zu Tage) weitaus mehr Freiheit herrscht als früher, gilt uns der DUDEN auch nach dieser ersten Rechtschreibreform nach fast 100 Jahren weiterhin als Institution. Die Redaktion hat in den letzten 15 Jahren der wiederkehrenden (wieder kehrenden) Veränderungen immer prompt reagiert, der Verlag gerne eine neue Auflage herausgebracht (heraus gebracht).  Die jetzige „Jubiläumsauflage“ Nr. 25 sollte längere Zeit Bestand haben, in der neuen Verlagskonstellation – das Bibliographische Institut gehört nun zur Cornelsen-Gruppe, Brockhaus dagegen zu Bertelsmann… Diese besonders preiswerte Edition bietet den (aus meiner Sicht) exzellenten Vorteil, elektronisches Nachschlagen, automatisches Korrigieren von Texten und klassischem Nachschlagen im gedruckten Band zu kombinieren. Mancher Freiberufler und Selbstständige nimmt vielleicht gerne das Buch für den Bedarf zuhause und hat via CD-ROM auf dem Büro-PC die Rechtschreib-Prüfung im automatischen Zugriff. So oder so bietet die Ausgabe eine fundierte Grundlage, sich im Unternehmen auf ein „Coporate Wording“ auch aufseiten (auf Seiten) der Rechtschreibung zu einigen. Denn wofür auch immer Sie sich entscheiden, wenn es wahlweise Schreibweisen gibt, es sollten alle Beteiligten ein und dieselbe (ein und die selbe) verwenden…

Hanspeter Reiter