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Dragon Teeth – Wie alles begann

AutorMichael Crighton
VerlagBlessing
ISBN978-3-89667-623-8

„Der Ursprung von Jurassic Park“ als nachgelassenes Erstlings-Werk des bereits 2008 verstorbenen Kult-Autors ist ein vergleichsweise sanfter Roman: Doku-Fiktion im Gegensatz zu den danach folgenden Wissenschafts-Doku-Thrillern… Quasi die Vor-Recherche zu eben „Jurassic Park“.

So kann´s gehen!
Alles Dino oder was? Darum letztlich geht es, in einer Zeit, die in der Menschen gerade erst „Bekanntschaft“ mit den ausgestorbenen Riesentieren machen konnten: Erste Fossilien gigantischer Tiere der Vorzeit waren entdeckt, doch noch aggressiv diskutiert. Noch glauben wenige an die Evolution, nach Darwins grundlegendem Werk – und auch wenige Wissenschaftler. Mehr davon wünschen sich u.a. die beiden Protagonisten der Geschichte: „Wyoming, 1875: So wie die Erde unter den donnernden Büffelherden des noch wilden Westens bebt, wird die Welt von der Entdeckung einer noch größeren, viel älteren Naturgewalt erschüttert. Fossile Funde belegen: Einst müssen riesige Urzeitwesen die Erde bevölkert haben – die Dinosaurier. Damit rückt ein wenig beachteter, aber revolutionärer Wissenschaftszweig, die Paläontologie, ins Licht der Öffentlichkeit.“ Wobei – alte Knochen?!

Ein Wettrennen
… lässt sich allerdings sogar ums Finden Millionen Jahre alter Knochen eröffnen, mit Eisenbahn und Kutsche, gegeneinander, im Wettstreit mit Vagabunden – und letztlich gegen Indianer-Stämme, die ihre Territorien schwer verteidigen können. In jene Zeit fällt etwa das brutale Kämpfen eines Generals Custer, bis hin zu seiner schweren Niederlage… „Der lebensgefährliche Wettlauf zweier Wissenschaftler: Nach einer wahren Geschichte ersann Michael Crichton einen seiner ersten Thriller – entstanden 1974 und bislang unveröffentlicht – um Gier, Obsession und den Anfang einer neuen Zeit.“ Also gerade ein Jahrhundert nach der Zeit, in der der Roman spielt. Übrigens mit vielerlei Erklärungen und Nebenbemerkungen, die „Dragon Teeth“ tatsächlich zu einem historischen Roman machen, wie auch Postskriptum plus Nachbemerkungen des Autors belegen. Nur William Johnson, wandlungsfähiger Abenteurer nach vorher verwöhntem Reichensöhnchen und unlustigem Studenten, ist eine erfundene Figur: Bestens integriert, trägt er die Hauptlast des Geschehens. Fast aufgerieben zwischen den beiden Wissenschaftlern, charakterlich kaum unterschiedlicher denkbar, dennoch gierig aufs gleiche Ziel zusteuernd … HPR

Hanspeter Reiter