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Die Witwe

Autor M.W.Craven
Verlag Droemer
ISBN 978-3-426-28460-5

„Band 4 der britischen Bestseller-Krimi-Reihe rund um Washington Poe & Tilly Bradshaw“ ist wieder exzellent gestrickt und zugleich vergnüglich wie mit Thrill zu lesen, mit vielfachen Spannungsbögen auf mehr als 500 Seiten.

Lokal-Kolorit
…gibt´s auch dieses Mal, wenn auch weniger als auch schon – und mehr auf nationale Spezifika in UK zielend, wie die Leserschaft anwachsend mitkriegt: „Ein Mord, bei dem nichts ist, wie es scheint: DS Washington Poe ist irritiert, als er wegen eines Mordes zu einem Hinterhof-Bordell in Carlisle gerufen wird: Normalerweise jagt er Serienmörder – hier scheint ein Streit mit einem Zuhälter eskaliert zu sein. Seltsam ist, dass eine kleine Keramikfigur in Gestalt einer Ratte fehlt und jemand aus dem Ermittlerteam der Dieb sein muss. Denn auf einem Foto der Spurensicherung ist die Figur eindeutig zu erkennen. Poes Teamkollegin, die geniale Analytikerin Tilly Bradshaw erinnert sich an einen ungeklärten und etliche Jahre zurückliegenden Banküberfall, bei dem nichts entwendet wurde, stattdessen aber eine Ratten-Keramikfigur vor dem Tresor zurückgelassen wurde. Warum? Und wer steckt hier dahinter? Als Poe und Tilly Bradshaw tiefer in die Ermittlungen eintauchen, wird der Fall immer verzwickter und plötzlich ist auch der MI5 mit von der Partie…“ Was welche Institution von Polizei oder Geheimdienst darf resp. wem sagen darf – eine ziemliches Durcheinander, das Poe wie gewohnt frech für sich auflöst, im Sinne des Fall-Vorankommens.

Silly & Poo
…nennt ein frecher Teenager die beiden spöttisch-frech, die eine wichtige Rolle spielt. Nun, inzwischen sind Poe und Tilly als Duo-Team bestens aufeinander eingespielt und schaffen es gemeinsam (digital für Tilly, analog für Poe, S. 286f.), Stufe für Stufe eines arg verwinkelten Treppen-Aufgangs zu nehmen, trotz vielerlei Unwägbarkeiten: Natürlich ist der Plot nach einem starken Verwirrspiel um ein nur zu zeitgemäßes Geschehen rund um Militär-Einsätze (S. 326f., 344ff. usw.) ein überraschender – und dennoch höchst logisch, sobald erkannt  … Fein die verspielten Querbezüge, etwa Tillys Quidditch-Spiel (S. 72f.) oder die IT-Nerd-Begriffe und –Prozesse (S. 128 etc.), für Poe ja absolut unverständlich. Der das Erkennen (resp. Ermitteln) von Mustern entsprechend seiner Partnerin überlässt (S. 200ff. usw.). Apropos Partnerin: Abzusehen ist, dass er irgendwann doch noch mit der Pathologie zusammen kommt – doch das scheint noch zu dauern, womit ebenfalls Spannung hoch gehalten wird. Wie auch mit dem Cliffhanger, der zu erwarten war (S. 496f.) Fein auch dieses Mal die Hinweise des Autors (S. 499ff.) zu zentralen Geschehnissen… Wieder einmal höchst lesenswert!! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter