Die Schatten der Solaren Union
| Autor | Eryx Vail |
| Verlag | Phantorion |
| ISBN | 978-3-911-88401-3 |
„Ein fesselnder Near-Future-Thriller über Täuschung, Liebe, Verrat – und den Preis, den man für seine Überzeugungen zu zahlen bereit ist“ als SciFi-Start einer Mini-Serie, mit unterhaltsamen 400 Seiten.
Nahe Zukunft als Spiegelbild von heute?
Da wird tatsächlich vielerlei aus der Jetzt-Zeit nur zweieinhalb Jahrhunderte entfernt gespiegelt: Trump deutet sich genauso an (S. 224ff. z.B.) wie Autoritarismus und aufpoppende Tendenzen zur Diktatur Und dann wird gegendert, bis die Grammatik-Polizei kommt – und das Queer-Thema stark bemüht (bis hin zu S. 273 usw.): Auch in diesem Sinne ein sehr modernes Genre-Exemplar… Und das ist die Story, kurz gefasst: „Nach den Neuwahlen herrscht Katerstimmung in der Solaren Union. Die neue Vizepräsidentin Selena Veyra muss sich nicht nur mit ihrem ehemaligen Widersacher, dem populistischen Präsidenten Julius Marek, herumschlagen, sondern auch noch eine Naturkatastrophe auf dem Mars und Aufstände auf den Saturnmonden bewältigen. Schon bald droht die fragile Koalition zu zerbrechen – und damit die gesamte Solare Union ins Chaos zu stürzen. Doch im Schatten der glattgebügelten Politikfassade brodelt ein erbarmungsloser Machtkampf. Nicht nur Selena und ihr Mann Cedrik, sondern auch der Oppositionsführer Kallan Dresk, die getriebene Unternehmerin und Mutter Alina Corsis und das Präsidentenpaar höchstselbst verfolgen ganz eigene Pläne. Im Mahlstrom aus Loyalität, Liebe, Ehrgeiz und Rebellion wird jedes Desaster zu einer dornigen Chance. Während in den Hinterzimmern geheime Bündnisse geschlossen und brüchige Allianzen geschmiedet werden, reicht ein einziger Moment, um alles zu verändern. Wer zieht die Fäden? Wer wird geopfert? Und wer überlebt das Spiel um die Macht?“ Es ist ein ziemliches Hin und Her, das die Leserschaft in ein Schwanken zwischen den letztlich (!) drei konkurrierenden Parteien zieht, davon zwei eigentlich in einer Koalition vereint – und völlig offen lässt, wohin diese „Reise“ geht, die zwischendurch tatsächlich eine solche ist: Ob zum Mars und zum Enceladus… Ein Thema auch schon unserer Zeit ist – Wasser, weil nur zum Teil auf den inzwischen besiedelten Planeten bzw. Planeten-Monden des Sonnen-Systems vorhanden (S. 112f. etc.).
Alle Macht der KI
…ist weniger das Thema, vielmehr: Sollen Roboter als Arbeitskraft eingesetzt werden und so hart arbeitende Menschen deutlich entlasten (S. 11f. etc.)? Ein wenig sehr fokussiert, alle anderen KI-Themen außer acht lassend, doch als durchaus relevante Perspektive. Dann darum eben geht es zentral, als Streitpunkt auch innerhalb der Regierungs-Koalition, was wiederum an die aktuelle Situation in D erinnert – und an jene der vorigen Ampel-Regierung. Brutal vielerlei Darstellungen (S. 158f. usw.), vor denen es eingangs eine Trigger-Warnung gibt (S.5)… Und natürlich der harte Cliffhanger S. 394 (vor weiteren Seiten, die das Setting von Solaris als Quasi-Glossar erläutert), der die gelegentlich durchaus lapidar-brutale Darstellung trefflich spiegelt: „Dann ein Schrei. Blut spritzte. Schlussendlich ein dumpfer Schlag, als ein Körper auf dem Boden aufschlug. Fortsetzung folgt…“ und ist übrigens auch schon lieferbar: gleich beide bestellen … HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
