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Die Rhetorik-Matrix

AutorGeorg Nagler
Verlagutb
ISBN978-3-8252-5025-6

„Erfolgreich reden mit neurolingualer Intervention“ (= NLI) ist das Ziel dieser modernisierten Sicht auf „Rhetorik“, kombinierte Perspektiven des Professors und des Redners…

Was macht Reden erfolgreich?
Um diese Frage zu beantworten, braucht es zunächst das Klären des Relevanten fürs Erreichen des Publikums – der Hörer und ! Seher, siehe: nonverbal! Natürlich kommt der durchaus umstrittene Mehrabian-Ansatz (7-38-55) ins Spiel, der jedenfalls schön verdeutlicht, worum es geht… Interessant das Plus: „Neue Erkenntnisse der Psychologie und der Neurowissenschaften als Ergänzung der klassischen Rhetoriklehre: Das Buch verfolgt einen neuen Ansatz für versiertes Reden auf der Grundlage moderner Verhaltensökonomie und Neurobiologie. Die Lektüre verbessert die Einsicht in die eigenen Denkmechanismen. Neue Erkenntnisse über die Arbeitsweise unseres Gehirns helfen, Reden besser zu meistern und mit manipulativer Rhetorik souveräner umzugehen. Der Band führt klassische Rhetorik und neurolinguale Methoden zu einer ganzheitlichen Rhetorik-Matrix zusammen.“ Ein hehrer Anspruch, der auch dadurch erfüllt wird, dass der Autor die je entwickelten und diskutierten Aspekte auch jeweils der NLI unterwirft. Will sagen, die klassischen Ansätze findet Leser wie gewohnt, eben zusätzlich analysiert und damit unter Neuro-Gesichtspunkten begründet, fein!

So geht Rhetorik
… aufgedröselt in die bekannten „Schritte“ zur gelingenden Rede: Aufmerksames Publikum zu erreichen, das den gebotenen Inhalt versteht und verarbeitet, ganz im Sinne des Präsentators, Speakers … Hier die großen Überschriften: Grundlagen: Strukturen unseres Denkens – Der Hörer ist das Ziel: Was ein Redner bei seinen Hörern voraussetzen kann – und wie er an Sie herankommt. Danach geht es an die Vorbereitung: Die richtige Strategie – Der Redeaufbau: die richtige Gliederung für den richtigen Redetyp. Es folgen Strategien der Argumentation: Vom Standpunkt des Redners zur Überzeugung des Zuhörers – Die Argumentation und ihre unterschiedliche Wirkungsweise – Der sprachliche Inhalt – Die rhetorische Gestaltung des Hauptteils. Tja, dann das Tun: „Halten“ – Der richtige Auftritt – die Körpersprache – Sprechen aber richtig – Welcher Rednertyp sind Sie? Voila …

Alles Neuro oder was?
Natürlich kommen Kahnemann (mit schnellem und langsam Denken = zwei Systemen) und weitere relevante Kollegen in Spiel, sodass der Leser weit über „nur Rhetorik“ hinaus versteht, was Reden (und Aufnehmen, hin zum Lernen) ausmacht. Priming, Ankern und Framing kennt man wohl schon anderweitig – hier wird´s klar. (Übrigens auch später mit Hinweis auf Professor Elisabeth Wehling, lange vor dem Tohuwabohu rund um ihr ARD-Framing-Papier – im Grund ein alter Hut und ewig angewandt, S. 83.) Weitere Stichworte, heraus gegriffen: Analogie & Co. (S.142f.), Social Proof und Groupthinking (S. 170f.), 6 wichtige Leitplanken für den Weg zur Argumentation in der Rede (S.202f.), die rhetorische Optimierung der Einleitung S. 236f., Hormonkaskade/System 1+2 (S. 278ff.), Die wichtigsten 10 Regeln für den Aufbau der Rede S. 320 etc. pp. Ein nachvollziehbarer Ansatz, in dem sich viele jener Ansätze pointiert finden, wie sie AutorInnen im von mir heraus gegebenen Handbuch Hirnforschung für Weiterbildner formuliert haben. Und natürlich ein Füllhorn auch für Kommunikations-Trainer wie für Anwender jeglicher Art… HPR

Hanspeter Reiter