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Die letzte Witwe

AutorKarin Slaughter
VerlagHarper Collins
ISBN978-3-95967-351-8

„Ein neuer Fall für Will Trent und Sara Linton“ – für mich der erste aus offensichtlich einer Serie: Suchtgefahr! Im Zentrum auch hier eine Kombination von Gerichtsmedizin und Polizei, ein wenig à la Bones, doch deutlich anders gelagert.

Terror?!
Danach sieht es rasch aus, denn „zwei gewaltige Explosionen reißen Gerichtsmedizinerin Sara Linton und ihren Partner, Special Agent Will Trent, aus der sommerlichen Idylle. Sie sind geübt darin, in Notsituationen zu helfen. Doch als sie an diesem Tag den Sirenen folgen, führt ihr Instinkt sie mitten hinein in das dunkle Herz einer mächtigen Neonazi-Gruppierung. Zu spät erkennt Sara, dass sie direkt in eine Falle läuft.“ Denn teils hinterhältig geplant, teils einer veränderten Situation geschuldet, braucht diese rassistische und skrupellose Organisation (geführt von einem charismatischen „Wahnsinnigen“) wissenschaftliche Hilfe für einen schrecklichen Terror-Gift-Angriff, wie sich bald abzeichnet. Und Sara ist bereits die zweite Entführte, wie Leser gleich zu Anfang erschließen kann, anders als die Ermittler im FBI-Ableger von Georgia: „Will kann nur noch hilflos zusehen, wie Sara zur Gefangenen wird. Jetzt muss er alles riskieren und verdeckt ermitteln. Denn die Spuren des FBIs lassen keine Zweifel: Der Anführer des Netzwerks geht für seine Zwecke über ein Meer aus Leichen. Kann Will Sara finden, bevor es zu spät ist?“ Naja, das erwartet Leser schon, oder?

Hoch spannend bis zum Schluss!
Doch auch in diesem 555-Seiten-Opus schafft es die Autorin, die Spannung hochzuhalten resp. immer wieder zu pushen. Bestens recherchiert, kommt dieser Thriller einer Wissenschafts-Dokufiktion sehr nahe, siehe etwa S. 146ff. und weitere rund ums Wirken von Bakterien. Und natürlich geht es auch um Beziehungen, im Zentrum jene von Sara und Will, noch überlagert von Saras gescheiterter Ehe und dem Missverhältnis von Vermögen und Einkommen der beiden – plus Elternhaus. Siehe ihre Überlegungen während ihres Arrests in der Neonazi-Kommune, etwa S. 232ff.: Fein, wie die Autorin ihre Leser in die Überlegungen einbezieht! Wie auch in jene, wie sie beobachtet, wie der „Führer“ Dash geschickt seine Leute manipuliert, abhängige Ehefrau inklusive – bis hin zur Katastrophe (siehe S. 297ff. etc.). Was sie nach und nach zu einem Plan führt (S. 398ff.). Der volle Umfang der Tragödie erschließt sich erst im Nachhinein, auch für den Leser… HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter