Die Heilerin des Nordens
| Autor | Ines Thorn |
| Verlag | rororo |
| ISBN | 978-3-499-01574-8 |
„Lapplands ungezähmte Seele – eine junge Frau an der Schwelle zu einer neuen Zeit“ nimmt die Leserschaft mit in die Zeit um 1850 – und ins Leben der Samen, auf 350 Seiten.
Alles Lappland
…und doch wenig Samisches, das bringt die Situation an der Grenze zwischen Norwegen und Finnland in der damaligen Zeit ziemlich auf den Punkt… Das ist das Geschehen kurz gefasst: „Die eisigen Weiten Lapplands im 19. Jahrhundert: atmosphärischer Schauplatz für ein mitreißendes Frauenschicksal. In der rauen Wildnis des Nordens wächst Miija als Tochter einer Schamanin auf. Schon als junges Mädchen zeigt sie eine außergewöhnliche Gabe, auf die Stimmen der Natur zu achten. Es steht bald außer Frage, dass sie die Nachfolge ihrer Mutter antreten wird. Eine Berufung, die großes Ansehen mit sich bringt, aber Miija auch zur Außenseiterin macht. Vor allem, als die traditionelle Welt der Sámi ins Wanken gerät. Der christliche Glaube – und neue, moderne Methoden der Heilkunst – brechen mit Macht in Miijas Welt ein. Dabei gerät sie nicht nur zwischen die Fronten zweier Glaubenswelten, sondern trifft auch einen Mann, der ihr Schicksal ändert.“ Hin und her gerissen zwischen ihrem Dasein, ihrer Verantwortung als Schamanin und zugleich zwischen mehreren Männern, muss sie immer wieder aufs Neue entscheiden, was sie wie tun will: Wer sich auf die Geschichte einlässt, kann sich zugleich einfühlen in diesen gelungen entwickelten Charakter,
Ziele verfolgen
Und konkret auf das schamanische Sein und Tun, sich mit der Natur zu verbinden, eins zu werden mit Pflanzen und Tieren, sie im Einklang für die Menschen zu nutzen: Ins Gespräch gehen mit Birken (S. 26), schon als Kind in Rätseln zu reflektieren (S. 56f.), sein Schicksal anzunehmen und sich fördern zu lassen (lesen und schreiben zu lernen etwa, S. 78f. – wichtig fürs spätere Eintreten für die samische Gemeinschaft) usw. Tiefe Einblicke sind geboten in die missionarische Tätigkeit norwegischer Prediger (S. 200ff. usw.) und ins Verhältnis zwischen den beiden Völkern, Verhandlungs-Taktiken dabei integriert (S. 242ff. z.B.). Nach einem heftigen Showdown nimmt Mija es erneut auf sich, positive Entwicklungen anzustoßen (S. 327f.) und so einen versöhnlichen Ausblick zu geben – ein Happy-ending sozusagen. Fazit: informativ-unterhaltsam, nachdenklich machend, zum Reflektieren animierend – lesen!
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