Die Frau, der Ruhm und der Tod
| Autor | Grän und Waldenfels |
| Verlag | Droemer |
| ISBN | 978-3-426-56256-7 |
„Zwischen Frauenpower, Kaltem Krieg und Schlagermanie“ ist ein historischer Polit-Krimi, informativ wie spannend, mit deutlich mehr als 300 Seiten.
Historisch und lokal
…sind zwei der damit insgesamt drei Dimensionen – und das „… ist ein scharfsinniger Krimi aus der Ära Helmut Schmidt und der 2. Fall für Clara Frings. Während sich 1975 die zweite RAF-Generation in Stellung bringt, der Stammheim-Prozess beginnt und Feministinnen auf die Barrikaden steigen, baut Hauptkommissarin Clara Frings die Abteilung „Gewalt gegen Frauen“ auf. Ihr erster Fall: Schlagerstar „Mona Lisa“ stirbt vor laufenden Kameras. Ausgerechnet in der Talkshow von Claras bester Freundin Elfi Mayer. Heile Welt mit harten Bandagen: So stellt sich die Schlagerbranche für Clara Frings dar. Ein zweiter Mord im Milieu wirft neue Fragen auf. Und da ist noch Freund Heinz, der sich in der Fluchthelfer-Szene in Gefahr begibt – ein vielschichtiges Kapitel deutsch-deutscher Geschichte, mäandernd zwischen Menschenrettern und Menschenhändlern. Die renommierten Journalistinnen und Autorinnen Christine Grän und Marianne von Waldenfels lassen uns zwei Jahre der turbulenten 70er miterleben: hochspannend und mitreißend erzählt. Die Frau, der Ruhm und der Tod schließt an den ersten Roman der Autorinnen in den Aufbruchsjahren der Brandt-Regierung an: „Das Fräulein muss sterben“ handelt von Damen der Nacht und Spionen, RAF-Anschlägen und alten Nazis – und dem Todessturz einer Journalistin.“ Das Autoren-Duo hat reales Geschehen aus jener Zeit exzellent transformiert, Fakten in Fiction integriert zu Faction: Yoga etwa als Trend (S. 52) wie auch Kölner Klüngel (S. 53), Edgar Wallace-Krimis als Straßenfeger (S. 118f., hier allerdings als Buch zitiert). Und letztlich geht es um Beziehungen, familiäre und intime: Clara ist hin und her gerissen zwischen Welten, die sie im Job oder mit ihrem Lover erlebt (S. 118f. etwa). Wie lief das mit der Fluchthilfe aus der Transit-Strecke (S. 144f. usw.), wie kam es zu den ausgiebigen Demos jener Zeit (z.B. gegen Paragraf 218, S. 194f.)? Und Nazi-Prozesse spielen ebenfalls eine Rolle (S. 240f.), plus Altnazis in der BRD. Fazit: Eine Menge Informatives auch und gerade für eine Leserschaft, die jene Zeit nur „aus zweitem Mund“ kennt, hier S. 311ff. als „Chronik der Ereignisse“ chronologisch aufgeführt, fein! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
