Die Familie sehen und sterben
| Autor | Toni Rivera |
| Verlag | Galiani Berlin |
| ISBN | 978-3-86971-317-5 |
„Capitano Rossi ermittelt im Tessin | Auftakt einer neuen Krimireihe (Mörderisches Lugano, Band 1)“ mit einer erfreulichen Vielfalt an Tessiner Lokal-Kolorit auf gut 270 Seiten.
Ab ins Tessin also
…das hier außerordentlich italienisch daher kommt
„Bühne frei für Capitano Rossi, einen waschechten Tessiner mit Familienbande. Zwei Unfalltote, bei denen etwas nicht stimmt. Ein mächtiger Bruder, der undurchsichtige Geschäfte betreibt. Eine ehrgeizige Assistentin, die ihn einschüchtert. Und ein ungesühntes Verbrechen, das noch immer nach Rache verlangt. – Willkommen in der Welt von Capitano Rossi! Willkommen am Fuße des Monte Brè! Als seine Assistentin, Ispettrice Gemma Crivelli, ihm den Polizeicode für »Mord« gleich zweimal simst, glaubt Capitano Enzo Rossi zuerst, sie habe sich vertippt. Die Zeiten, in denen es im Tessiner Süden etwas zu ermitteln gab, liegen lange zurück. Doch Crivelli hat recht: Zwei unklare Todesfälle innerhalb weniger Stunden! Rossi beginnt zu ermitteln, zugegeben etwas eingerostet und mit einem ausgeprägten Hang zur Improvisation. Als die erste echte Spur auftaucht, verschlägt es ihm den Atem: Seine eigene Familie scheint in die Fälle involviert zu sein. Für Rossi beginnt ein gefährliches Spiel um Loyalität, Verrat und Familienbande …“ Und ein Hin und Her mit seiner Assistentin, die sich als durchsetzungsstark erweist, auch ihm gegenüber: Da kann er a bissal was lernen, als Führungskraft (S. 56 etc. pp.).
Viel Ambivalenz
Und dann die weiteren Kollegen plus Vorgesetzten… Doch er laviert sich durch, löst die Fälle bravourös und trotz aller Widrigkeiten. Vor allem sein Standing als Bruder eines mafiös daher kommenden erfolgreichen Unternehmens ist schwierig – er profitiert davon, will es einerseits vermeiden und kommt andererseits kaum darum herum (S. 81f. usw.). Und wird dadurch quasi erpressbar (S. 184f.), was sich dann aber „in Luft auflöst“ (selber lesen, Spoiler vermieden …). – Etwas verwirrend empfand ich, was wohl als Cliffhanger gedacht ist: Schon einleitend entsteht der Eindruck, jemand reflektiere seine letzten Lebens-Minuten, weil: erschossen. Und dieser jemand sei eben – Rossi! Dem als Flashback die Story durch den Kopf geht, den die Leserschaft nun miterleben darf. Bis um Finale, in dem er angeschossen wird – siehe auch den Titel… Doch da das eine Serie werden soll…?! Man darf hoffen & wird sehen – denn gelungen ist dieser Lokal-krimi mit vielerlei entsprechendem Lugano-Kolorit jedenfalls, siehe die Reflexionen zu Familie und Job… HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
