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Der Zorn der Einsiedlerin

AutorFred Vargas
VerlagLimes
ISBN978-3-8090-2693-8

„Vargas schreibt die schönsten und spannendsten Krimis in Europa.“ Tobias Gohlis, DIE ZEIT. Und lässt ihre Expertise als studierte Archäologin durchaus anklingen, auch dieses Mal: Eine Grabung steht an, kurz bevor Adamsberg im dritten Anlauf schließlich den wahren Mörder findet. Und vor der Frage steht, wie damit umgehen…

Einsiedler?
Dass es außer dem –Krebs auch eine –Spinne gibt – interessantes Learning! Was schon mal heißt: Wer unter Arachnophobie leidet (= Angst vor Spinnen), sollte diesen Thriller lieber meiden. Obwohl, im Sinne einer Konfrontations-Therapie…?! Gerade deshalb, weil der Biss dieser kleinen Spinne 1. Im Grunde wenig(er) gefährlich ist und 2. Eher weniger wahrscheinlich. Weil sie sich eben zurück zieht, in ihre „Klause“ und sich nur wehrt, so sich angegriffen fühlt… Dennoch: „Im Süden Frankreichs sterben mehrere Männer – angeblich sind sie dem Biss der Einsiedlerspinne zum Opfer gefallen. Allerdings reicht das Gift einer einzigen Spinne nicht aus, um einen Menschen zu töten. Adamsberg und sein Team von der Brigade Criminelle des 13. Pariser Arrondissements ermitteln. Seine Nachforschungen führen den eigenwilligen Kommissar zu einem Waisenhaus bei Nîmes und zu einer Gruppe von Jungen, die dort in den 1940er-Jahren lebte. Und plötzlich erscheinen die Todesfälle, die bislang nicht als Morde betrachtet wurden, in einem anderen Licht.“ Denn diese „Stinkkäfer“, wie Adamsberg sie bald nennt („Blapse“) waren eine besonders üble Gang, u.a. mit Einsatz von – Einsiedler-Spinnen… Doch braucht es mehrere Anläufe, bis schließlich er und sein Team den Fall lösen. Genauer: die Fälle … Und noch genauer: zeitweise gegen sein Team. Das ist das Besondere auch an dieser Story: Sie ist interessant auch und gerade für Weiterbildner jeglicher Couleur, Trainer – Coaches – Berater – Führungskräfte. Denn wie der Kommissar mit Intrigen und Konflikten umgeht, kommuniziert und kooperiert – wow! Und das gleich nachdem er wohl oder übel vom Irland-Urlaub zurück gerufen wird. Übrigens zunächst wegen eines ganz anderen Falles, den er erst einmal mit Bravour löst, eher nebenbei. Denn ihn interessieren die Spinnen – und er drückt die Ermittlung nach und nach durch… Fein charakterisiert die verschiedenen Figuren im Team (und auch die „Externen“!), mit all ihren Eigenheiten = Schwächen und Stärken, die Adamsberg elegant zu nutzen weiß… PS: Einsiedler – da stößt der Kommissar bald auf eine menschliche Variante – und auf alte Ängste, die in ihm schlummern. Die er schließlich zu nutzen weiß. HPR

Hanspeter Reiter