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Der Tag, an dem Barbara starb

Autor Richard Hooton
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-26432-7

…ist für Gran Winterbottom traumatisch, weil sie vergebens versucht, sich zu erinnern, was eben diese Nachbarin von ihr wollte, als sie bei einer letzten Begegnung bat: „Versprich mir, dass du das tust, Margaret“ – woraus sich ein Krimi besonderer Art entwickelt, für sie mit ihrem Enkel zusammen, auf an die 400 Seiten.

Vergesslich werden im Alter
…ist ein Thema unserer Zeit, in dem wir eben – immer älter werden, mit der Gefahr von Demenz oder gar Alzheimer: Betrifft das auch die Protagonistin dieser Story? Nun, „den Schlüssel zum Rätsel hat nur sie. Doch wo hat sie ihn hingelegt? Margaret ist 89 und eine Institution in dem kleinen nordenglischen Dorf, in dem sie fast ihr gesamtes Leben verbracht hat. Einzig auf ihr ehemals gutes Gedächtnis ist in letzter Zeit wenig Verlass. Als ihre Nachbarin Barbara ermordet wird und die Polizei nicht vorankommt, nimmt die resolute Margaret die Dinge selbst in die Hand. An ihrer Seite: ihr cleverer Enkel James, 15, der ihrem Gedächtnis immer wieder auf die Sprünge hilft. Denn Margaret weiß: Barbara hat ihr kurz vor ihrem Tod etwas sehr Wichtiges anvertraut. Wenn sie sich nur erinnern könnte …“ Daran arbeitet sie immer wieder, auch mit James, der frisch recherchierte (wie auch zufällig aufgeschnappte) Vorgehensweisen einbringt (S. 101, 390, 333 usw.) Und so langsam und ruhig die Geschichte auch entwickeln mag, das schwierigen Erinnern trefflich spiegelnd, so rasant kommt es schließlich zur Lösung. Die sich zwar andeuten mag, dennoch überraschend ist – und somit fein die Spannung (auf)lösend! Auf dem Weg dorthin erinnert sich Margaret wiederkehrend an ihre Dechiffrier-Tätigkeit während des Zweiten Weltkriegs (S. 130, 177, 276, 353 – was ihr letztlich beim Lösen hilft…), wobei „Code knacken“ teils metaphorisch auftaucht. Und wie ist das mit dem Verhalten ihres Enkels, typischer Teenager (S. 208f. usw.)?

Demenz-Andeutungen
…und das Umgehen damit (primär bei Margarets Familie, Tochter und Enkel als „counterpart“ agierend) stehen letztlich im Fokus dieses Krimis: „Ein charmanter Cosy Crime und eine herzerwärmende Familiengeschichte mit viel Humor und einem Schuss Melancholie – inspiriert von der eigenen Familiengeschichte.“ Wie der Autor in seiner Danksagung S. 391ff. offen legt… Letztlich eine Story, die allen Hoffnung machen mag, die mit Demenz & Co. zu kämpfen haben – selbst betroffen oder als Angehörige, Happy-ending inkl. …HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter