Der Schrein
| Autor | Nanami Kamon |
| Verlag | Knaur |
| ISBN | 978-3-426-56780-7 |
„Wer den Berg betritt, kehrt nie ganz zurück“ lässt sich durchaus zweifach verstehen – und entwickelt auf 200 Seiten eher sanften Horror, mehr Fantasy oder PSI-Verhalten…
Übersinnliches
…zeigt sich hier zum Entsetzen der Hauptperson, für die Horror eigentlich „Alltag“ sein sollte: „Ein abgelegener Ort in den japanischen Bergen wird einer Gruppe von Besuchern zum Verhängnis – wer kann dem Iwaiyama entkommen? Die Autorin Minami steht in Tokio unter enormem Druck: Die Deadline für ihren neuen Horrorroman rückt näher – doch die richtigen Worte wollen ihr nicht mehr einfallen. Da meldet sich plötzlich Asako, eine frühere Freundin, und bittet Minami um Hilfe. Asako erzählt von einem Ausflug auf einen abgelegenen Berg, von einer düsteren Ruine, und von einem Schrein, den man besser nicht betreten hätte. Vier Menschen waren dort – und keiner von ihnen ist unverändert zurückgekehrt. Seitdem geschehen Dinge, die sich jeder Erklärung entziehen. Je mehr Minamo hört, je mehr sie die verstörenden Fotografien des Ortes betrachtet, desto stärker gerät sie selbst in den Bann der Geschichte. Was als Recherche beginnt, dringt bald in ihr eigenes Leben ein. Geräusche, Schatten, Erinnerungen – und eine Angst, die sie nicht mehr abschütteln kann. Fasziniert und zunehmend beunruhigt beginnt Minami zu recherchieren und stößt auf beängstigende alte Legenden über den Berg. Als die Situation eskaliert, muss Minami erkennen, dass sie nicht länger nur Beobachterin ist. Was in den Bergen begann, hat Tokio längst erreicht – und fordert seinen Preis.“ Sehr real wird die Geschichte u.a. durch das Nutzen unterschiedlicher Medien-Formate, etwa Zitate aus eMails (S. 20f. usw.) oder mithilfe von Fotografien als altbekanntes Mittel, „Geister“ zu identifizieren (S. 44f. etc.). Nach und nach kommt Minami hinter das Geschehen und findet schließlich die Lösung (S. 153ff. z.B.), den durch die Gruppe hervor gerufenen Fluch rückgängig zu machen – jedenfalls für einige der Betroffenen. Insofern ist das Happy-ending nur bedingt ein solches – und wird von ihr letztlich ins Schreiben ihres Romans überführt (S.201), womit sie die Story als real geschehen darstellt. Wie manche Ereignisse nach Öffnen eines Pharaonen-Grabs auf einen solchen Fluch zurück geführt (und etwa in eine Comic-Geschichte mit Tim und Struppi übertragen) wurden, schwankt auch hier die Story zwischen Verschwörungs-Theorie und Aberglaube (S. 102f.), Fantasy und Horror, was sie unterhaltsam-gruselig macht, siehe: Gänsehaut … HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
