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Der Mann, der aus dem 3D-Drucker kam

Autor Max Claro
Verlag Heller Verlag
ISBN 978-3-929-40372-5

Ein Sci-Fi, der als wissenschaftlich fundierter Text nahe am heute bereits möglich Scheinenden bleibt, worauf auch der Autor in seinem Epilog S. 203f. hinweist. Und tatsächlich geht es dabei mir Riesenschritten voran, (mit einem im Grund falschen Begriff) gar als Quantensprung, wie ein Artikel in den Landsberger Nachrichten (Augsburger…) vom 12.01.2026 zeigt: à la Star-Wars-Lichtschwerter, durch Verfestigen eines Hologramms via Lichtstrahlen: Xolographie!

Eine andere Art der Teleportation
…ist es letztlich, worum es geht: Menschliche „Daten“ werden digitalisiert und im 3D-Drucker quasi revitalisiert. Stellt sich gleich mal die Frage, ob eine derartige „Zeitreise“ wirklich mit allem Drum und Dran klappen kann, nämlich als gleichzeitige Verjüngung: mit Denken und Erinnern – und Emotionen nämlich. Etwas, was zur aktuellen Diskussion rund um „Künstliche Intelligenz“ bestens passt… Nun also gut drei Jahrzehnte in die Zukunft, die Leserschaft wird mitgenommen ins „München, 2059: Walter Fabricius, einst gefeierter, nun vergessener und verwitweter Schauspieler, ist entschlossen, sein Leben an seinem 70. Geburtstag im Kreise seiner Kinder zu beenden. Bei den Vorbereitungen für seinen Abgang erfährt er von einer fast unglaublichen Möglichkeit: Eine mysteriöse Schweizer Firma bietet an, eine jüngere, optimierte Version von sich selbst mithilfe eines 3D-Bio-Druckers in Asien zu produzieren. Walter zögert nicht lang. Er lässt sich in Zürich einscannen und um 35 Jahre verjüngt in Bangkok ausdrucken.“ Oha, it´s so easy?! Nun ja…

Wenn´s so einfach wäre
…wär´s langweilig, oder? Denn „dabei geschieht ein verhängnisvoller Fehler, der alles auf den Kopf stellt und sein junges Alter Ego auf einen atemlosen Trip durch ein Thailand der Zukunft und zu Walter selbst führt.“ Und die Leserschaft parallel „Jung und Alt“ verfolgen lässt, um einerseits den einen mit seinem Wunsch nach Lebens-Verlängerung zu verstehen und zugleich vom Leben lassen wollend – und zugleich den „WalterEgo“, der Probleme mit dem Mangel an Emotionen hat, erwartungsgemäß. Wie das funktionieren soll, mit diesem „Klon aus dem 3D-Drucker“, das wird ausführlich und für unsereins Laien (oder Halbwissler) verständlich und nachvollziehbar erläutert (etwa S. 82ff.): Ein wenig Mimik oder was (S. 124ff.)? Und wie ist das mit Nachrufen zu händeln, in Zeiten wie diesen (S. 116ff.)? Wie sich die Klima-Katastrophe schon in überschaubar naher Zukunft auswirken kann (und wird? S. 172ff.), bezieht der Autor in seine Überlegungen sinnvoll mit ein. Und schließlich kommt es zu einem ziemlich überraschenden Plot… Wobei, im Nachhinein der einzig logische  … Fazit: Ein nur allzu wahrscheinlicher SciFi – unbedingt lesen, reflektieren und immer mal wieder erinnern! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter