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Der Macht-Code

AutorNeumann / Ross
Verlagsonstige

234 Seiten
ISBN 978-3-446-41207-1
Preis: 19,90 Euro

Macht funktioniert dort, wo sie akzeptiert wird – das zeigt auch dieser Titel: Macht-Spiele führen dann zum Ziel, wenn Rollen eingenommen und angebotene Rollen angenommen werden. Wenn „force“ oder „power“ zu „violence“ werden, sind Grenzen eindeutig überschritten. Wer hilfreiche Vorgehensweisen manipulativ anwendet, handelt inhuman; das zeigt sich bei Methoden wie NLP genauso wie bei Gesprächs- oder Verhandlungs-Strategien, die konsequent aufs Ziel zusteuern, ohne die anderen Personen als Partner wirklich einzubeziehen. Frauen und Männer haben dabei unterschiedliche Vorgehensweisen, etwa die andere(n) Person(en) in Täter oder Opfer zu manipulieren, wie es gerade passt – und sich selbst ins dazu passende Pendent. Neumann/Ross nennen konkrete Psycho-Tricks wie etwa (sinngemäß zitiert):

  • Fremde Autorität für eigene Ziele vorschieben: „Der Vorstand ist wie ich der Meinung, Sie…“
  • Kommunikation System Teile & herrsche: Zweiergespräche statt Round-table
  • Regeln vorschieben: „Es war immer schon so, dass…“
  • Zahlen ohne Vergleichsbasis als Druckmittel: „Der Wettbewerb schafft eine Fehlerquote unter 1% – warum wir nicht??“
  • Weitere Stichworte: Scheinbare Wohltaten verbreiten – Mit Imponiergehabe einschüchtern – durch Zweifel Entscheidungen beeinflussen – Information filtern und Verantwortung umdrehen.

Klassiker wie die Suggestiv-Frage finden sich ebenfalls in der Sammlung plakativer Manipulations-Schlagworte wie „Humbug-Hoffnung“ oder „Lemming-Faktor“. Sich selbst im eigenen Verhalten kritisch zu hinterfragen und zugleich mehr darauf zu achten, was andere „mit einem“ anstellen, das erarbeiten die Autoren für den Leser und zusammen mit ihm. Ergebnisse des Kapitels „Stereotyp-Falle“ als Beispiel (S.46) in Auszügen:

  • Wir bilden Stereotype, um andere Menschen zu beurteilen
  • Wir generalisieren einzelne Beobachtungen schnell auf alle Kategorien…
  • Stereotype sind immer Schablonen und damit selten für den Einzelfall gültig
  • Wir nehmen bevorzugt Facetten einer Person wahr, die unsere einmal gefasste Meinung bestätigen.

Aufgabe: Finden Sie heraus…

  • in welchen Schablonen denke ich selbst?
  • Welche Facetten zeigt die betreffende Person überhaupt?
  • Überprüfen Sie Ihre Meinung häufiger – und in verschiedenen Situationen!

Hilfreich für Kommunikations-Trainer, Führungskräfte-Coaches, Berater (für Verhandlungen) – und natürlich alle, die sich als Führungskraft oder (Projekt-)Mitarbeiter immer wieder in Manipulations-Situationen wiederfinden….

Hanspeter Reiter