Das Schweigen des Wassers
| Autor | Susanne Tägder |
| Verlag | Tropen |
| ISBN | 978-3-608-50292-3 |
Ein Lokalkrimi mit viel Hintergrund-Infos aus DDR-Zeiten, spannend-informativ, auf weit mehr als 300 Seiten.
Ein Toter im See
…und „ein Hauptkommissar zurück am Ort seiner Kindheit. Eine Stadt, die zu schweigen gelernt hat. Scharfsichtig und spannungsgeladen bis zum Schluss zeigt Susanne Tägder, was geschieht, wenn Menschen um jeden Preis ihre Macht erhalten wollen. Inspiriert von einem wahren Fall. Mecklenburg, Anfang der Neunziger: Hauptkommissar Groth wird nach Jahren im Westen zurück in seine Heimatstadt geschickt. Als Aufbauhelfer Ost soll er Kollegen in westdeutscher Polizeiarbeit schulen. Dabei hat er selbst so seine Schwierigkeiten mit den Vorschriften, seit seine Tochter gestorben ist. Auf seinen Instinkt kann er sich allerdings noch immer verlassen. Als die Leiche des Bootsverleihers Siegmar Eck aus dem örtlichen See gefischt wird, weiß Groth, dass das kein Unfall war. Warum sollte ein guter Schwimmer wie Eck im See ertrinken? Und das kurz nachdem er Groth aufgesucht und behauptet hat, er würde verfolgt? Die Kollegen wollen den Fall zu den Akten legen, doch Groth ermittelt weiter. Und stößt dabei auf eine Spur, die ihn zu einer Kellnerin im nahegelegenen Ausflugslokal und zurück zu einem ungelösten Mordfall führt.“ Und recht bald zu einem durchaus überraschenden Zusammenraufen zweier sehr unterschiedlicher Kollegen, nämlich Wessi Groth und Alt-Ossi Gerstacker, was sich als befruchtend auswirkt (S. 94f. usw.).
Lesenswert
…auch durch die gewählten Formulierungen: Metaphern kommen gelegentlich trefflich ins Spiel, etwa Kapillare für mäandernde kleine Nebenstraßen unterwegs (S. 136). Groths Nebentätigkeit als Dozent an der Polizei-Schule Pasewalk gibt ihm Gelegenheit zur Selbst-Reflexion, auch im Gedanken-Austausch mit den Studenten (S. 164f. usw.) – wovon auch die Leserschaft anregend und angeregt profitieren kann. Umgehen mit Menschen ist zentral beim Ermitteln, siehe „Der Mann ist ein Darsteller, er sucht die Bühne“ (S. 219). Und manch Vorgehensweise hat sich als derart erfolgreich erwiesen, dass sie quasi in Fleisch und Blut übergegangen ist, erlebbar eben bei Groth: „Im nächsten Schritt fing er an zu spekulieren. Er verstieg sich in absurde Szenarien, warf sie wie eine Angelschnur … und wartete auf Protest. Das war der Moment, wo sich der Spreu vom Weizen trennte…“ (S. 296) Unterhaltsam wie informativ! Und mit Aussicht auf Fortsetzung, Cliffhanger plus Leseprobe… HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
