Das Jahr in Büchern
| Autor | Rainer Moritz |
| Verlag | reclam |
| ISBN | 978-3-150-11511-4 |
„Literaturtipps für jeden Tag: 366 literarische Schätze für jeden Tag – das perfekte Hausbuch für Literaturfreunde“ als wertiges Hardcover plus Lesebändchen, mit annähernd 400 Seiten – und „natürlich“ im von den Heften gewohnten Reclam-Gelb, fein!
Was für jeden Tag…
… ist geboten, somit dies erleichternd: „Die Antwort auf die Frage: »Was soll ich lesen?« Was soll man lesen? Welche Romane, Gedichte oder Theaterstücke lohnt es, wieder in die Hand zu nehmen oder erstmals für sich zu entdecken? Rainer Moritz macht aus der Not eine Tugend und gibt unerschrocken satte 366 Literarturtipps (Schaltjahre also inbegriffen). Ob Vertrautes oder Überraschendes: Auf jeder Seite findet sich eine Buchempfehlung, die entweder einen direkten oder einen charmanten Bezug zum Datum oder zur Jahreszeit hat. So möge Neugier entstehen, den Horizont zu erweitern und sich dem Entlegenen, dem manchmal zu Unrecht Vergessenen zuzuwenden. Ein Buch voller Leseglück, das dazu ermuntert, die eigenen Regale abzuschreiten oder Buchhandlungen und Bibliotheken zu durchstöbern. Ein bibliophile Freude zum Verschenken – oder um sich selbst eine zu machen.“ Und das ist die Leser-Stimme:
Vielerlei Anregendes!
Das „Jahr in Büchern“ erweckt Aufmerksamkeit, und dieser möge der Aufmerkende nachgehen: Wer Anregungen für Lektüre sucht, etwas noch Ungelesenes, aber Lesenswertes entdecken möchte; wer gern nur einmal zwischendurch etwas lesen und dem Alltag für kürzere Momente entfliehen möchte, auch unterwegs, wird in diesem Buch fündig werden. Und dies nicht nur aufgrund der kurzen, pro Empfehlung nur eine Buchseite umfassenden Zusammenfassungen, sondern auch aufgrund der Vielfalt der Text-Genres und unterschiedlichen Erscheinungsdaten. Es finden sich Besprechungen und Einordnungen in Lebens- und Werkkontext der Autoren gerahmte Gedichte, Lieder, Romane diverser Genres, sogar Comics, und unterschiedlicher Jahrhunderte, und man trifft alte Bekannte und lernt Autoren kennen, von denen man noch nicht gelesen hat, sowohl Klassiker aus vergangenen Jahrhunderten und Gegenwart als auch moderne, heutige Autoren. Das besondere dieser Jahrestour liegt neben dem Einblick in unterschiedlichste Literaturgattungen zudem darin, dass die meisten ausgewählten Buchempfehlungen dem Datum bzw. der Jahreszeit mehr oder weniger manifest zugeordnet sind. Wer mag, kann also je nach Monat oder Tag aus den „Literaturtipps für jeden Tag“ wählen. Bibliophile werden ihre Freude haben und Unvertrautes entdecken, und jene, die sich als Gelegenheitsleser begreifen, werden mit Vergnügen der einen und anderen Empfehlung folgen. Dr. Regina Mahlmann www.dr-mahlmann.de drmahlmann@aol.com
Ein paar Beispiele
…seien heraus gegriffen, höchst subjektiv natürlich: Hervorzuhaben ist, dass gar eine Graphic Novel geadelt wird (Jimmy Corrigan von Chris Ware, S. 76) – und auch Wilhelm Busch seine Seite erhalten hat (Max und Moritz, S. 135), dazu Advent von Loriot (S. 346). (Vater und Sohn als Überschrift S. 196 erwies sich dann als was anderes als die Comics von Eric Ohser alias e.o.plauen: Die Moselreise von Hanns-Josef Ortheil…) Wer gezielt nach Werken (S. 377ff.) oder Autoren (S. 372ff.) suchen will, kann das via jeweiligem Register tun, fein! Oder wirklich sich Tag für Tag durchs Jahr lesend führen lassen, um ggf. den einen oder anderen Titel fürs Komplettlesen zu besorgen, angeregt durch des Autors Impuls. Oder sich erinnern, an manch bereits gelesenes Werk. Mir kam konkrete poesie von Eugen Gomringer unter (S. 25) wie auch The Life in Lyrics (Johnny Cash, S. 62) oder Die erleuchteten Fenster von Heimito von Doderer (S. 117, meine Frau s.o. wie auch ich hätten wohl eher was anderes von ihm ausgewählt, für diesen Nicht-Kanon…). Anschauen will ich mir (als Sprachwissenschaftler und Marketing-Fuzzi) jedenfalls Roman in Fragen (Padget Powell, S. 154). Die „faire“ Breite der Wahl beweist etwa auch Buchbinder Wanninger von Karl Valentin (S. 305). Subjektiv ergänzt von HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
