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Codename Corvus – der Erzengel-Gambit

AutorClaudia Bouvier
VerlagEuropa
ISBN978-3-958-90299-2

„Band 2 des NATO-Thrillers“ – und gleich der Folgeband am Ende angekündigt: „Operation Aquila“… Doch jetzt erst einmal zum aktuellen Band, 650 Seiten voller Spannung…

Geheimdienste!
Nun, einiges hiervon erscheint bedauerlich glaubhaft: Geheimdienste unterstützen Untergrund dort, wo es ideologisch passt – siehe US in Afghanistan zuzeiten dessen Kriegt mit der Sowjetunion – oder Saddam Hussein zunächst gegen Kuwait. Die Folgen sind weidlich bekannt. Doch hier passiert noch mehr: Scheinbare IS-Attentate werden von anderen verübt, um „die Europäer“ wieder unter die Fittiche der US zu schieben. Verschwörungstheorie? Who knows … Das geschieht im Thriller jedenfalls: „Nach ihrer abenteuerlichen Flucht vor einer unbekannten Terrortruppe in der afghanischen Provinz Zabul, sind die deutsche Bundeswehrärztin Carla Rossi und der französische Nachrichtendienstoffizier Gwénaël Kérmovan zurück in Europa. Beiden ist klar, dass sie es in Afghanistan nicht mit einer Handvoll einfältiger Taliban oder al-Quaida-Kämpfer zu tun hatten, sondern mit einer tiefschwarzen Geheimoperation unter westlicher Führung. Doch wer war der geheimnisvolle Amerikaner, der die unbekannte Terrortruppe im afghanischen Hochtal anführte und dort eine geheime Raubgrabung leitete?“ Blut-Antiquitäten ist das Stichwort, an die afrikanischen Blutdiamanten angelehnt. Damit werden schwarze Geheimdienst-Kassen gefüllt, heimliche (Sammel-)Laster einiger Protagonisten bedient – und natürlich gekaufte Diebe belohnt. Doch mindestens zwei Stränge sind hier verwoben, weiter geht´s …

Gegen- oder miteinander?
Vielseitig verquickt erscheint all das – wer umwirbt wen und wer forscht wen aus? Das Thema NSA ging vor ein paar Jahren durch die Presse – auch das wird aufgegriffen … Jedenfalls hat das auch privat verbandelte Action-Paar gut zu tun, auch nach dem Afghanistan-Einsatz: „Auf der Suche nach Antworten werden Rossi und Kérmovan für die deutsch-französische Sondereinheit Corvus rekrutiert. Schnell geraten die beiden in ein tödliches Dickicht aus Geheimoperationen der CIA und Terrorfinanzierung.
Eine Thriller-Reihe, wie kein Clancy sie sich zu schreiben traut – denn die wahren Kriegstreiber sitzen nicht in Afghanistan, sondern an den Schaltstellen der Macht. Wehe dem, der es wagt, ihre Kreise zu stören…“ Wie den „Anmerkungen der Autorin“ (S. 652ff.) zu entnehmen ist, hat sie manches konstruiert, anderes erkenn- und nachvollziehbar dokumentiert eingebaut. Der eine oder andere Hinweis erscheint durchaus als Schutzbehauptung … Apropos Autorin:

Eine Insiderin
…packt aus, plaudert aus dem „Nähkästchen“, so der Tenor. Denn „Claudia Bouvier ist das Pseudonym einer auf internationales Recht und Technik spezialisierten Juristin. Nach einem Studium in Deutschland und Frankreich arbeitete sie fünfundzwanzig Jahre lang für staatliche Stellen, internationale Organisationen und Unternehmen u.a. in Paris, Moskau, Kabul und Brüssel. Sie lehrt an militärischen, akademischen Einrichtungen, verfasst Studien für internationale Organisationen und berät Rüstungsunternehmen. Claudia Bouvier spricht fünf Sprachen. Sie hat technische Werke und – unter einem anderen Pseudonym – auch historische Romane veröffentlicht.“ Kleiner Seitenschlenker: Sie engagiert sich wohl in der Erwachsenenbildung – eine Kollegin also quasi, für GABAListen ;-) …HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter