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Body No. One

Autor Helen Fields
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-26435-8

„Ein Killer im Schatten. Sein Spiel ist dein Albtraum. Thriller | Nervenaufreibende Spannung aus Schottland“ und somit ein spannender Lokalkrimi deutlich mehr als 350 Seiten.

Serienmörder
…bieten wohl die interessantesten Ansätze für komplexes Geschehen, damit schwer durchschaubar – vor allem, wenn von allgemein „gültigem“ Vorgehen abweichend, voila: „Er beobachtet dich. Immer. Und überall…“ – und anscheinend völlig strukturfrei mordend: „Ein junger Mann, erschlagen in einem Park. Ein Obdachloser, erstochen im Gewerbegebiet. Eine Hausfrau und Mutter, von einem rasenden Auto überfahren: In Edinburgh häufen sich innerhalb kürzester Zeit grausame Todesfälle. Jeder einzelne brutal, jeder einzelne rätselhaft. Es gibt nichts, was die grausamen Morde verbindet. Die Mordkommission um Detective Sergeant Sam Lively ruft deshalb eine Frau zu Hilfe, die für ihre außergewöhnliche Intuition bekannt ist: Dr. Connie Woolwine, forensische Profilerin mit einem untrüglichen Gespür für die dunkelsten Abgründe der menschlichen Psyche.“ Mit durchaus unorthodoxen Methoden (S. 58f., 144ff. etc.)… „Gemeinsam mit dem Ermittlerteam sucht sie lange nach einem roten Faden. Bis die zufällige Beobachtung eines Patienten im St. Columba Hospital eine neue Perspektive eröffnet…“ Spannung pur also, durch geschickte Wendungen immer wieder aufs Neue hochgehalten..

Täter-Sicht
…ist durch eingeschobene Kapitel nachvollziehbar, mit anderer Perspektive auf die Fälle also, so scheint es, damit Leser-Reflexion anregend („Der Beobachter“ – in anderer Schriftart, bald zu Anfang S. 35ff. usw.): „Aus dem Auto heraus beobachtete er die Parkhauseinfahrt der Klinik. Dank Nummernschilderkennung würde sie ungehindert hineinfahren, ihren Wagen abstellen und durch eine Verbindungstür direkt das Gebäude betreten. Da kam sie. Er rutschte tiefer in den Sitz …“ Immer wieder ist der Blick auf menschliche Verhaltensweisen gelenkt, etwa Gewalt-Entwicklung bei Massen-Demos (S. 95ff.), das Distanzieren von Süchtigen vorm eigenen Tun (S. 206f.), geschicktes Manipulieren via Kommunikation (S. 238f.) – oder auf Stalker-Vorgehen (S. 122f. z.B): „Unterdessen kämpft Dr. Beth Waterfall, DS Livelys neue Freundin, mit ihren eigenen Dämonen: Ihre Tochter wurde Opfer eines Stalkers, der nie gefasst wurde. Als die renommierte Unfallchirurgin eines Morgens einen toten Vogel auf der Fußmatte hinter dem Haus findet, beginnt sie zu ahnen, dass die Vergangenheit nicht ruht …“ Dabei kommt auch ins Spiel, wie manche Menschen extreme Situationen künstlerisch zu verarbeiten vermögen (S. 170f. etc.). Die Lösung kommt völlig überraschend und wirft neuerliche Fragen zur menschlichen Psyche auf – und zu Gehirn-Verletzungen, sehr interessant wie klug (S. 335ff.)… Dazu gibt die Autorin ausgiebige Hinweise in ihrer Anmerkung S. 363f. – also erst zum Schluss lesen, sonst: Spoiler-Gefahr  …HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter