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Bredouille

Autor Martin Walker
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-07384-3

„Der achtzehnte Fall für Bruno, Chef de police“ bringt ihn gleich mehrfach eben in die Bredouille, weil er es mal wieder allen recht machen will – mit deutlich mehr als 350 Seiten spannender wie informativer Unterhaltung: Ein Lokalkrimi der besonderen Art!

Zwischen den Stühlen
…findet Bruno sich also wieder, im Grunde typisch für seine Sandwich-Position, die übrigens vielfach an jene des kanadischen Pendants Armand Gamache (von Louise Penney, passend im französisch-sprachigen Teil Quebec) erinnert. Und hierum geht es dieses Mal: „An einem malerischen Aussichtspunkt über dem Vézère-Tal findet Bruno die Leiche von Monique, einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Auf dem Beifahrersitz drei Abschiedsbriefe, der Fall scheint klar. Doch Bruno wird ein ungutes Gefühl nicht los. Gleichzeitig verbreiten sich in Saint-Denis heimtückische Gerüchte, und schon bald steht sein Posten auf dem Spiel. Trotz allem bleibt Bruno er selbst, lässt sich ein köstliches Essen in prickelnder weiblicher Gesellschaft nicht entgehen und macht sich daran herauszufinden, was wirklich mit Monique passiert ist – um zu verhindern, dass er seine Dienstmarke, seine neue Liebe oder noch mehr verliert.“ Das schafft er durch einerseits seine gewohnte Disziplin, andererseits durch sein ausgiebiges Netzwerk, natürlich weit über die direkten Kontakte hinaus. Und wenn er gelegentlich über die Stränge schlägt, um wie üblich brav allen Gutes zu tun = was nach hinten losgeht (S. 102ff.), kriegt er auch das letztlich gelöst (z.B. S. 170f.)… Politik spielt dabei eine starke Rolle, wie ebenfalls gewohnt, und verstärkt manchen Stress (S. 208f. etc.).

Natürlich darf Bruno als Gourmet
…sich wieder den gewohnten Gaumen-Genüssen hingeben, selbst fabriziert oder auch mal andernorts garniert und serviert, privat wie auch in besonderen Lokationen, abschließendes Rezept inkl. Dass er zum Ausgleich üppiger Speisenfolgen [da stand erst „Gelage“…] trotz erst frisch verheilter Schulter-Verletzung sportiven Aktivitäten diszipliniert nachgeht (Joggen, Reiten – und noch mehr  …), ist eh klar – durchaus mal verbunden mit Ermitteln, ebenso logisch! Martin Walker nimmt auch dafür wie gewohnt das große Ganze in den Blick, etwa hier das System moderner Landwirtschaft im Gegensatz zum „uralten, typisch ländlichen System“ (S. 224f. usw.). Und wie immer gibt es vielerlei Entdeckenswertes aus der französischen Geschichte (S. 323f. etc.), Archäologie im Blick… Brunos Gedankenwelt lässt sich bei all dem fein verfolgen, neue Liebesbeziehung und Konsequenzen daraus inkl. (siehe etwa S. 366ff.): voila, vergnüglich, spannen, informativ! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter