Das Signal
| Autor | Ursula Poznanski |
| ISBN | 978-3-426-56812-5 |
„Der neue Psychothriller in der Nachfolge der BURG – raffiniert, emotional, digital“ mit 400 spannenden Seiten.
Ziemlich viel KI
…kommt hier zum Einsatz – hoffentlich nur im Geschehen statt im Schreiben … Viola, „du dachtest, ein GPS-Tracker liefert Antworten – doch er stößt dich in finstere Abgründe…
Digital, emotional und hoch raffiniert: Dieser Psychothriller ist Domestic Noir vom Feinsten von Bestseller-Autorin Ursula Poznanski. Ein spannender Technologie-Thriller um ein altes Haus, eine Frau mit Handicap und ein digitales Katz-und-Maus-Spiel zwischen Wahrheit und Wahnsinn. Gefangen im eigenen Haus: Bei einem Unfall verliert die junge Innenarchitektin Viola Decker ein Bein – und plötzlich besteht ihre Welt nur noch aus Hindernissen. Zwar kümmert ihr Mann Adam sich rührend um sie; mit dem barrierefreien Umbau ihres abgelegenen alten Hauses scheint er es allerdings nicht eilig zu haben. Viola sitzt buchstäblich im Erdgeschoss fest, alleine mit einer wortkargen Pflegerin, von der sie sich ständig überwacht fühlt. Und immer wieder verschwinden wichtige Dinge aus Violas Reichweite.“ Zum Beispiel ihre Krücken, an deren Nutzung sie sich eigentlich schon gewöhnen will, bevor eine Prothese angepasst werden kann… „Um nicht lange danach suchen zu müssen, stattet sie sie mit winzigen GPS-Trackern aus [S. 49f.., 102etc.]. Als Adams Verhalten sich zu verändern beginnt und er immer häufiger spät nach Hause kommt, beginnt sie heimlich, auch ihn zu tracken, und entdeckt schon bald beunruhigende Muster. Offensichtlich belügt er sie über seinen Tagesablauf – und nicht nur er. Warum? Mit jedem Tag und jeder Lüge wächst in Viola ein furchtbarer Verdacht …“ Na, welcher wohl? Weswegen sie auch weitere Personen mit einem Tracker versorgt, immerhin hat sie sicher deren zehn schicken lassen: Der Vorteil von Online-Shopping, wenn man zuhause eingesperrt ist und ziemlich immobil…
Was ein Thriller!
Nämlich arg zeitgemäß – und eben deshalb besonders lesenswert, Reflexion triggernd, jedenfalls nachdenklich machend, zugleich spannend-unterhaltsam wie weiterführend-informativ! Ja, „“ein Psychothriller mit einem packenden Plot à la Hitchcock, einer lebensechten Heldin und raffinierten digitalen Twists: Wie kein anderer Thriller-Autor denkt Ursula Poznanski neue technische Errungenschaften konsequent zu einem Gänsehaut-Ende. Ihre Heldin Viola ist gefangen in einer klaustrophobischen Atmosphäre. Aber wird sie einfach nur langsam paranoid – oder ist sie in tödlicher Gefahr?“ Die Story als solche hat mich u.a. an eine Columbo-Folge erinnert: Playback, worin ein Ehemann dafür sorgt, dass seine wohlhabende Ehefrau (im Rollstuhl sitzend) möglichst ans Haus gefesselt ist, um u.a. die Kontrolle über deren familiäre Firma zu übernehmen. Anders war dort allerdings, dass er zu diesem Behufe schlicht die Mutter seiner Ehefrau umgebracht hat… Und anders ist hier der Stil der Autorin, die Schreibe natürlich und die Struktur in moderaten Etappen, zwischen Jetzt und früher springend und aus der Perspektive der Ich-Erzählerin Viola auch deren Gedanken liefernd – moderner auch durch Wiedergabe von Kurz-Nachrichten, die auch in der Typo abweichend zu lesen sind: Arg mager, aber nu… Ein feines Gewebe an geradezu hinterfotzigem Verhalten tut sich auf, das von Viola nach und nach durchschaut und entsprechend konterkariert wird – so scheint es jedenfalls, bis zum durchaus überraschenden Ende (mit Happy-ending). Und es gibt eine Menge zu lernen – über Visualisierung (S. 390f., abschließend quasi) – und über Gedächtnis-Training (S. 173 usw.), rund um ihre Amnesie infolge Gehirn-Erschütterung (S. 272f. z.B.) – und um…(S. 300f. etc.) – Stop: selber er-lesen … HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
