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Verlorene Engel

Autor Frank Goldammer
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-26283-5

„Die Tote vom Elbufer – ein neuer Fall für Max Heller“, der sechste nämlich, so der Rückseiten-Titel … Ein historischer Lokalkrimi der besonderen Art, führt er seine Leser doch in die ersten Jahre der DDR:

Mord in der DDR
…wurde wohl ziemlich „tot geschwiegen“, wie immer wieder mal zu lesen ist. Dass es natürlich auch dort zu damaligen Zeiten Tötungs-Delikte gegeben hat – nahe liegend. Der Autor nimmt rund um die Rahmenhandlung (natürlich) die gesellschaftlichen Um- und Zustände ins Visier, siehe SED-Mitgliedschaft und Seilschaften, immer noch Nachkriegs-Wehen – plus in diesem Band den von der SU nieder geschlagenen Ungarn-Aufstand: „Wie ein Schatten in der Nacht … An dunklen Herbstabenden 1956 werden in Dresden wiederholt Frauen brutal vergewaltigt. Als auch noch eine tote Frau an der Elbe gefunden wird, werden in der verunsicherten Bevölkerung die Rufe nach Selbstjustiz laut. Kommissar Max Heller und sein Team ermitteln unter Hochdruck. Mithilfe eines weiblichen Lockvogels gelingt es ihnen, einen Verdächtigen festzunehmen. Der von Narben entstellte Mann gesteht zwar die Vergewaltigungen, leugnet aber den Mord. Sind vielleicht doch die von allen gefürchteten, desertierten russischen Soldaten die Täter? Die Lage eskaliert, als Hellers Familie in den Fall hineingezogen wird.“ Das Wirken der SU zu jenen Zeiten wird vielfach einbezogen, so S. 160 und S. 217, MfS inklusive. Für manche Leser werden weniger angenehme Erinnerungen wach, für „Wessies“ mal ein tieferer Einblick in Leben und Strukturen seinerzeit, auf fast 400 Seiten spannender Lektüre. Übrigens von einem Autor, der weiß, wovon und worüber er schreibt: Gebürtiger Dresdner, nach wie vor dort lebend. HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter