Sörensen geht aufs Haus
| Autor | Sven Stricker |
| Verlag | rororo |
| ISBN | 978-3-499-01738-4 |
„Sörensen ermittelt Band 6“ ist die gewohnt besondere Mischung aus sanftem Lokalkolorit, hervor stechenden Charakteren und einer geschickt konstruierten Krimi-Handlung „mit Twist“ auf vollen 500 Seiten.
Aufs Haus
…gehen so einige (S. 39 usw.), Sörensen tatsächlich auch, mit wackeligen Knien gerade mal so wieder unversehrt zurück kommend (S. 298ff.) – und auch manche Zeche (u.a. S. 201f. und S. 236ff. bei seinem Date), auch rund um ihn, anlässlich eines – ja, hipp-hipp… – Dates, kaum zu glauben… Und hierum geht es, kurz gefasst: „Sörensen wird von seiner Vergangenheit eingeholt und hadert mit der Gegenwart – sein sechster und bisher persönlichster Fall. Veränderungen stehen an bei Sörensen – und Veränderungen sind wie saure Milch: braucht man nicht. Nachdem er seinen kranken Vater bei sich aufgenommen hat, taucht überraschend auch noch ein alter Schulfreund auf. Schiefel heißt er, und er bringt einen Sack voller Probleme mit. Hinter seinem Haus werden menschliche Leichenteile gefunden. Handelt es sich um die Überreste eines vor Jahren verschwundenen Mädchens? Schon wird aus einem Cold Case ein heißer, steckt Sörensen in der nächsten Mordermittlung. Für die er dringend seine Kollegin Jennifer braucht – die sich allerdings ebenfalls verändert.“ Sie überreicht ihm nämlich die Kopie ihrer Kündigung – da kriegt er dann doch mal wieder ein Krise, die immer wieder aufpoppt. Vor allem dann, wenn er mit ihr alleine unterwegs ist, beim Ermitteln – oder schon mal vor Dritten, etwa beim Verhören: typisch Sörensen halt! Interessant die Geschäftsidee des Schulfreunds, die viel aussagt über das menschliche Verhalten in Zeiten von Social-media – und über das Reagieren menschlicher Gehirne auf bestimmte Trigger (S. 106ff. etc.).) Gleiches gilt für scheinbar spontane Fragen auf der Straße (S. 156ff.).) Und die zudem Fragen aufwirft zur Ethik und auf diese Weise Impulse für eigenes Reflektieren geben mag. Anregend auch, wie manch journalistischer Text in Zeiten wie diesen (resp. Jenen, im Buch nämlich) entstanden sein mag (S. 200f.). Auch männliche Gewalt gegenüber und an Frauen ist mehrfach thematisiert (z.B. S. 326) – doch durchaus auch männliche Schüchternheit, neben Sörensens auch jene des früheren Praktikanten gegenüber der taffen aktuellen Praktikantin…
Schon ein spezieller Charakter
…dieser Ermittler mit Angststörung, die er inzwischen offenbar weitestgehend im Griff zu haben scheint, gar anderen näher bringt, wie damit umgehen (S. 394). Erinnert mich u.a. an die Ermittler-Figur Morse, auch wegen des versteckten Vornamens – wobei dessen ja doch bekannt ist = Endeavour (Bemühen). Doch Sörensens?! Bis dato hält der Autor sich bedeckt – und macht vielleicht einmal einen Wettbewerb daraus, unter seiner Leserschaft?! Vielleicht anlässlich Sörensens Hochzeit mit Jennifer beim Unterschreiben der Urkunde – wobei, dazu wird es kaum jemals kommen können, wenn die beiden einander doch wieder näher kommen, am Ende dieser Story… Wer weiß?! Viel ist zu erfahren über seine Vergangenheit, zu Schulzeiten eben, in eingeschobenen Erinnerungs-Kapiteln (siehe z.B. S. 56ff. usw.) – was natürlich mit der überraschenden Begegnung mit seinem damaligen einzigen Freund Schiefel zu tun hat. – Dass Bjarne Mädel „wie die Faust aufs Auge“ für diese Rolle im Film passte, wurde mir während des Lesens (erneut) klar: Sein Bild aus den Ur-Staffeln der Serie „Mord mit Aussicht“ kam mir bald vors Auge, siehe etwa Topf-Frisur plus „…, ne!“ … Wieder sehr zu empfehlen, dieser Sörensen – und Appetit anregend, auch einige der vorigen zu lesen! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
