Unterhaltung09.10.2015

Der Spezialiste

Uff, da kommt das leider nur allzu aktuelle Thema „Folter“ ins Spiel, allerdings zunächst auf ganz andere Art: Kaum Schmerz zufügen, doch androhen und durch Verbales wie Nonverbales eineindeutig klar zu machen, die Schmerzen würden kommen – das ist es, was Geiger schafft. Dabei bedient er sich einerseits exzellenter Recherche, die er seinem Mitarbeiter und ? Freund Harry überlässt. Aufgrund dieser Kenntnis kann er Schwachstellen seiner „Interviewpartner“ nutzen … Zum Anderen weiß er exzellent, durch sein Formulieren „den Finger in Wunden zu legen“, ohne sie körperlich umzusetzen. Also das Gegenteil von Folter, wie sie etwa die Inquisition jahrhundertelang eingesetzt hat – oder amerikanische Geheimdienste nach wie vor? Nun ja, auch „unköperliche Folter“ ist eine solche. Und die beherrscht Geiger wie kein anderer – die nämlich sind weniger zimperlich. Doch dann verlangt ein Klient etwas, was gegen seinen Kodex verstößt: „Die Folgen waren schrecklich – für meinen Auftraggeber.“ Er tut alles, den Jungen zu retten, den er eigentlich zum Reden bringen soll. Öffnet sich ungewollt seinem Psychiater, der mit zur Rettung beiträgt wie auch Harry´s ? geisteskranke Schwester, und erscheint plötzlich als ein völlig anderer – ein Menschenfreund. Und er wächst über sich selbst hinaus, geht tief in sich hinein, während er selbst gefoltert wird.

Der Spezialiste

Das Buch

Autor:inMark Allen Smith
Verlagsonstige
ISBN978-3-7857-6060-4

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