Radikal. Real. New Realism.
| Autor | Luisa Heese (Hg.) |
| Verlag | Wienand |
| ISBN | 978-3-86832-862-2 |
„Nouveau Réalisme und die Kunst der 1960er Jahre“ als Ausstellungs-Katalog (Kunsthalle Mannheim, 3. Juli – 10. Oktober 2026) zweisprachig D/E mit mehr als 350 eindrucksvollen, großformatigen Seiten mit feinem Leinenstruktur-Einband, auch der Vorsatz fürs Abbilden von Kunstwerken genutzt….
Nähe zur Pop-Art
….ist gegeben, jedenfalls in einer der diversen Varianten des New Realism – das zeigt schon der Vorsatz mit „Troi Lichtenstein = un Deschamps“ (auch auf S. 321). Und was alles ist dort versasmmelt… „Der Katalog zeichnet eine umfassende, multipolare und globale Kartografie der Bewegung des Nouveau Réalisme mit Epizentrum in Paris, deren internationale Ausdehnung über die 1960 von Pierre Restany initiierte und unterstützte Gruppe hinausgeht. Von der Nachkriegszeit bis in die frühen 1970er Jahre beschäftigten sich viele Künstler*innen in Europa, Lateinamerika und den USA mit dem Potenzial des gefundenen Objekts als künstlerischem Material. Durch die direkte Auseinandersetzung mit der Realität entwickelten sie neue, oft radikale Ausdrucksformen. Ihre Themen reichten von Fragen nach Körper und Identität bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit Industriegesellschaft und Umweltzerstörung. Ausgehend von herausragenden Werken aus der Sammlung der Kunsthalle – mit Hauptwerken von Arman, César, Yves Klein, Mimmo Rotella, Daniel Spoerri, Niki de Saint Phalle und Jacques de la Villeglé – werden die künstlerischen Entwicklungen des Nouveau Réalisme bis in die frühen 1970er-Jahre verfolgt, ergänzt durch Arbeiten von Künstler*innen wie Alina Szapocznikow u.a., die zeitgleich an ähnlichen Fragestellungen gearbeitet und wesentlich zur Definition der neuen Sprachen beigetragen haben.“ Da gab es eine neue Form der Historienmalerei…fernab ab der Mythenbildung und Verklärung des 19. Jahrhunderts (S. 24), Varianten der Collage u.a. als Dieb von Plakatabrissen (S. 37) – und generell die Mitglieder dieser Kunst-Richtung als „Einzelpersönlichkeiten mit eigenständigen Werkansätzen, die die Ideen Duchamps in sehr unterschiedlicher Weise in ihre Prozesse einbeziehen“ (S. 72).
Variantenreiche Szene
Sprache als Material finden Interessierte dann im Katalog S. 135ff. etwa in den Stempelbildern. Elektroschrott und Altmetall u.a. bieten Material für eine Poetik der Maschinen S. 155ff., als Kombination mit Collage etc. erweisen sich die Reliquien der Gegenwart als allegorischer Sinn des Fragments (u.a. Körperteile, S. 191ff.). Zu finden sich auch Skulpturen von Niki de Saint Phalle (S. 263) oder Christo (SPIEGEL eingepackt S. 314, später dann S. 334f. Monument) und natürlich Robert Rauschenberg (S. 317) als Repräsentant der PopArt (Politik, Kommerz, Popkultur: Kunst als Spiegel der Gesellschaft S. 305ff.). Fazit? Wer immer es zeitlich zur Ausstellung schaffen kann, plane einen Besuch dringend ein! Wer darauf verzichten muss, gönne sich zumindest den Katalog mit ausführlichen Kapiteln zu den aufzugreifenden Themen in Text und Bild! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
