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Monofuturis

Autor Konstantin Schamber
Verlag AnthroEx
ISBN 978-3-912841-00-8

„Vom Fortschritt zum Verlust der Vielfalt. Ein Plädoyer für offene Zukünfte in einer technisierten Welt“ mit vielfältiger Expertise aus vielerlei Perspektiven: Quasi ein Debatten-Buch mit einem Füllhorn an Impulsen für eigenes Reflektieren, mit weit über 250 Seiten.

Alles Technik oder was?
Nun, derzeit (Herbst 2026) ist die Diskussion um KI & die Folgen im vollen Gange – nachdem erste KIs aus ihrer eigentlich umbauten Umgebung ausgebrochen waren… Sich das grundlegend zu verdeutlichen, was an kaum kalkulierbaren Risiken den sicher vorhandenen Chancen gegenüber steht, dafür ist dieses Buch genau das richtige! Um Fragen dieser Art anzustoßen und unterschiedliche Antworten kredenzt zu bekommen: „Wie technologischer Fortschritt unsere Möglichkeiten erweitert – und unsere Zukunft zugleich verengt… Mehr Freiheit, mehr Effizienz, mehr Möglichkeiten – so lautet das Versprechen des technologischen Fortschritts. Werkzeuge, Sprache, Schrift, Maschinen und moderne Infrastrukturen haben die Menschheit vorangebracht. Heute eröffnen Digitalisierung, Automatisierung, Biotechnologie und Künstliche Intelligenz neue Chancen für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Doch mehr Technologie bedeutet nicht zwangsläufig mehr Zukunft. Was als nützliche Innovation beginnt, kann zum Standard und schließlich zur unverzichtbaren Voraussetzung werden. Technische Systeme greifen immer tiefer in Arbeit, Kommunikation, Verwaltung und Alltag ein. Alternativen werden schwerer realisierbar, Abhängigkeiten wachsen und gesellschaftliche Handlungsspielräume verengen sich. Aus freiwilliger Nutzung kann funktionale Abhängigkeit entstehen.“ Um ein plakatives geflügeltes Wort zu zitieren: Wenn wir blind an KI glauben – müssen wir irgendwann daran glauben… Bleibt zu fragen:

Welche Zukunft soll es sein?
Gute Frage – nächste Frage?! Technikfolgen-Abschätzung ist ein Kern-Begriff in diesem Zusammenhang – doch wird die wirklich zukunftsweisend (und –sichernd) angewandt oder dient er schlicht als Alibi, mehr auf Chancen denn auf Risiken zu starren, wie das Kaninchen vor der Schlange? Nun, „Dr. phil. Konstantin Schamber, Sozialwissenschaftler und Experte für strategische Vorausschau, bezeichnet diesen Prozess als Monofuturis: die schleichende Verengung vieler denkbarer Zukünfte auf wenige dominante Entwicklungspfade… Er zeigt, wie Innovationen aus dem Zusammenspiel von Wissen, Kultur, Macht, Institutionen, wirtschaftlichen Interessen und menschlichen Bedürfnissen entstehen – und welche Auswirkungen sie auf Freiheit, Identität und Selbstbestimmung haben…Im Mittelpunkt steht dabei, wie Chancen genutzt, Risiken begrenzt und Überforderungen sozialer und kultureller Systeme frühzeitig erkannt und bewältigt werden können.“ Entwickeln wir also eine monokulturelle Zukunft statt der multivariablen Chancen, die in all der Technologie steckt – stecken könnte = Monofuturis statt Multifutures? Auf dem Weg zu den Antworten finden sich interessante Passagen wie z.B. zur Sprach-Entwicklung (S. 74ff.), Spezialisierung vs. Interdisziplinäres (S. 103f.), KI praktsich gedacht ((u.a. Tabelle S. 124f.), Handlungsfelder der Regulation in der Technogenese (S. 153ff.), Zukunft der Arbeit (S. 201ff., für unsereins in der Weiterbildung Tätige besonders relevant…), Spirale der Technisierung (Grafik S. 211), Verlust an Kontrolle (Grafik S. 222), Freiheit vs. Verlust an Steuerung (Tabelle S. 235f.) – und natürlich v.a.m.!

Was dieses Sachbuch besonders macht:
Historische Gesamtschau: technologische und gesellschaftliche Entwicklung * Interdisziplinärer Ansatz: Zukunftsforschung, Sozial- und Technikwissenschaften * Psychologie, Philosophie, Anthropologie, Politik, Recht, Wirtschaft und Systemtheorie werden zu einer umfassenden Analyse der technologischen Entwicklung verbunden * Interkulturelle Perspektive: geprägt von den jahrzehntelangen Erfahrungen des Autors in Forschung, Hochschullehre und Organisationspraxis sowie auf internationalen Technologiekongressen * Differenzierte Betrachtung: Macht, Verantwortung und gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten in Umbruchszeiten. „Monofuturis hilft, wiederkehrende Entwicklungsmuster zu erkennen, Zukunftsversprechen kritisch einzuordnen und neue Abhängigkeiten frühzeitig wahrzunehmen…Es richtet sich an alle, die den technologischen und gesellschaftlichen Wandel besser verstehen und bewusster über Verantwortung, Freiheit und Zukunft nachdenken möchten. Welche Zukunft bleibt möglich, wenn Fortschritt selbst zum Zwang wird?“ Es liegt an jenen, die sich diese Lektüre gönnen, Impulse daraus aufzugreifen und sich weiterführende Gedanken zu machen… Übrigens exzellent ausgestattet, Hardcover mit Fadenheftung und Leseband plus einem ausführlichen Anhang (S. 245ff.). HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de

Hanspeter Reiter