„Eine Geschichte der frühen Neuzeit – Die Geburt Europas – die große Gesamtdarstellung“ auf weit mehr als 350 lesenswerten, informativen Seiten.
Frühe Neuzeit in Europa (plus Kolonien)
Von Luther bis zur Französischen Revolution hat die Autorin den Zeitraum gefasst: „Die Zeit zwischen 1517 und 1789 ist eine Schlüsselepoche Europas, deren Erschütterungen auch global spürbar waren. In ihrem neuen Buch erzählt Luise Schorn-Schütte die an Umbrüchen reiche Epoche der Frühe Neuzeit neu und lässt die Vielfalt der Wahrnehmungen durch die Augen ihrer Protagonist:innen lebendig werden: vom polnischen Reformator Jan Laski über den Politikberater Kardinal Khlesl bis zu ersten First Lady der USA, Martha Washington, und zu Königin Luise von Preußen… Als eine der profiliertesten Kennerinnen der Frühen Neuzeit eröffnet die Autorin hier ein großes historisches Panorama: von der Reformation, dem Dreißigjährigen Krieg und dem Westfälischen Frieden über die Versuche absoluter Herrschaft, den Siebenjährigen Krieg als ersten Weltkrieg und die Kolonialbildung in Nordamerika einschließlich der Unabhängigkeitserklärung von einem tyrannischen König bis hin zur Maiverfassung Polens und der Französischen Revolution mit der Erklärung der Menschenrechte. Der Fokus liegt hierbei auf der europäischen Geschichte, das Buch weitet den Horizont aber immer wieder auch auf globale Zusammenhänge.“ Und damit zu wiederkehrenden, verbindenden Fragen:
Wer teilt was mit wem?
Das ist der „Frage-Bogen“, der über all dem steht, für den bedeutsamen Zeitraum dieser knapp drei Jahrhunderte: „Ist die Darstellung von Geschichte stets ein Nachweis des Moderner-Werdens? Für die Geschichte der Frühen Neuzeit galt diese Annahme seit Jahrzehnten. In diesem Buch geht Luise Schorn-Schütte von einem anderen Ansatz aus: Wie sah der Blick der Zeitgenossen auf den Wandel der Ordnungen aus? Wie passen u. a. adelige und bäuerliche Traditionen mit kaiserlichen und/oder königlichen Herrschaftsansprüchen zusammen? War der Anspruch auf ständische „libertet“, auf Abwehrrechte gegen monarchische Gewalt mehr als ein überflüssiges Relikt, stattdessen vielmehr der Ansatz für eine parallel laufende, doppelte Frühneuzeit?“ Nun, es geht jedenfalls um doppelte Teilung der Macht: Einmal eben der weltlichen (König/Kaiser, Adelige/Stände …) wie auch der geistlichen – also das Zusammenspiel mit der kirchlichen Macht, an der Spitze der Papst. Zumindest bei den Katholiken, denn da gab´s ja nun die Reformation verschiedener Arten, dazu die Ost-Kirchen – und natürlich spielte auch der Islam eine Rolle… Auseinandersetzungen vielerlei Art fanden in dieser Zeit statt, siehe den 30jährigen Krieg (1618-1648), Bauernkrieg usw. Ein Hin und Her potenzieller „Weltmächte“ wie Preußen, Habsburg, Russland – doch auch Polen, Schweden und natürlich Spanien und Portugal, Großbritannien und Frankreich, Niederlande auch zu erwähnen… Nun, eine Menge Details hat die Autorin zusammen getragen – alle lesens- und wissenswert, vieles davon für mich als konkreter Aspekt durchaus neu: Deshalb habe ich in meinem Exemplar eine Menge Eselsohren als Merker hinterlassen! Fein (neben der Personalisierung, s.o.) auch die jeweiligen Zusammenfassungen zu den neun Kapiteln (plus Einführung und Epilog), die kurz und knapp das Wichtigste der jeweiligen Periode fokussieren!
Die Inhalt kurz gefasst
Zwei Kapitel zu Grundlagen (Was ist Europa? Ein Europa der Regionen) – und dann als Teil II „Europa erzählen“ Umbruch oder langfristiger Wandel (um 1530) – um 1555: Herrschaftskonflikte… – um 1600: Ständische gegen monarchische Herrschaft… – um 1650: Herrschaftswandel durch Krieg? … – um 1700: Die Wederkehr der Könige… – Europa in der Welt 1750: Neue Kriege und koloniale Strukturen – Europa 1776, 1789, 1791: Neue Ordnungen und Kontinuität. Voila, jedenfalls besorgen! HPR www.dialogprofi.de www.gabal.de
